PG Elektrus: Bissig wie ein Haifisch

Unkonventioneller Elektro-Roadster

18.01.2012 | Autor: sp-x

Der PG Elektrus schaut böse und zeigt Zähne.
Der PG Elektrus schaut böse und zeigt Zähne.

„Und der Haifisch, der hat Zähne, und die trägt er im Gesicht…“ – Was für die Moritat von Mackie Messer gilt, das stimmt auch für den PG Elektrus: Die Bissigkeit schaut ihm drastisch aus seinem breiten Maul, ein diabolisches Lächeln kommt von den Scheinwerfern. Auf Basis des britischen Sportwagenmodells Lotus Elise hat der Düsseldorfer Autobauer Michael Fröhlich einen pfeilschnellen Roadster in Schale gebracht, der als Elektrofahrzeug binnen drei Sekunden die Standarddisziplin aus dem Stand auf Tempo 100 km/h schafft und erst bei 300 km/h das Ende der Beschleunigung signalisiert.

Sehr puristisch ist der Kraftprotz, der trotz seines knapp 200 Kilogramm schweren 400-Volt-Lithium-Ionen-Akkus gerade einmal eine Tonne auf die Waage bringt. Mit Stolz verweist Fröhlich darauf, dass sein City-Racer damit deutlich leichter und agiler ist als ein Elektro-Roadster von Tesla, der ebenfalls die Karosse der Elise nutzt.

„Effektivste Batterietechnologie am Markt“

Kraft für maximal 350 Kilometer steckt in dem Akku, moderate Fahrweise vorausgesetzt. Unter Realbedingungen ist die Strecke sicherlich kürzer, bevor an der nächsten Ladestation bei Haushaltsspannung für acht und bei 380 Volt für vier Stunden verweilt werden muss. Über das Herzstück des PG Elektrus, den 200 kW/272 PS starken Motor mit einem Drehmoment von 350 Nm und das Batteriemanagement, macht Fröhlich keine Angaben. „Wir setzen die effektivste Batterietechnologie am Markt ein.“ Das soll auch zukünftig so sein. In der Planung befindet sich zudem auch das Modell Aquarius, das einen Wasserstoffantrieb bekommen soll.

In seiner Manufaktur in Düsseldorf Lohhausen werden die von Lotus gelieferten Sportwagen komplett demontiert, nur das Aluminium-Chassis ist von Bedeutung. Darauf setzt seine Sieben-Mann-Schmiede, deren Arbeitsschwerpunkt in den vergangenen Jahrzehnten der Umbau des legendären A.C.Cobra zum Rennwagen gewesen ist, derzeit noch eine Karosserie aus GfK, später soll Carbon eingesetzt werden.

Scheinwerfer aus der Wurstkonserve

Viel experimentiert wurde an Detaillösungen. So sind im Frontbereich des Fahrzeugs im Yachtbau übliche wasserdichte Revisionsöffnungen sichtbar integriert. Vollkommen unkonventionell ist auch das Design der Scheinwerfer. Fündig, so Fröhlich, sei man in der Wurstkonservenabteilung von Metro geworden. Eine Dose habe genau die Optik geliefert, wie man sie für die Beleuchtung gesucht habe. Nun ziert das Konservenmetall veredelt den Renner.

Das Design im Innenbereich mutet wie an wie aus einem Militärflugzeug und lässt Assoziationen zu den Dienstwagen von 007 aufkommen. Gestartet wird der Renner über einen Schalter, der an den Auslösemechanismus einer Interkontinentalrakete erinnert. Die wenigen Schalter im Innenraum verfügen über eine Fehlbedienungssperre wie in einem Kampfjet.

Sound aus der Retorte

Ein automobiler Kraftprotz ohne entsprechenden Sound, das geht nicht. Ein Soundgenerator sorgt auf Knopfdruck für satten V8-Klang oder aber für eine Formel 1-Kulisse.

Zu einem Preis von 240.000 Euro plus Mehrwertsteuer ist die Schar der potenziellen Käufer wohl eher gering. Fröhlich weiß deshalb auch nicht, wann das letzte Stück der auf 667 Autos begrenzten Serie seine Schmiede verlassen wird. Die ersten beiden Wagen sind bereits geordert, und auch Brad Pitt soll schon bald ein Fahrzeug erhalten.

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