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Pirelli „Cinturato“: Vom ersten Radialreifen zum Hochleistungssportler

| Autor: Steffen Dominsky

Bei Reifen ist es vielfach wie bei Automarken: Einige gelten als besonders komfortabel, andere als günstig. Pirelli hingegen pflegt schon lange das Image des sportlichen Reifens. Und das kam so …

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Der „CN36“ aus der Cinturato-Familie war in den Siebzigern ein sehr populärer Reifen, der gerne bei schnellen und auch schweren Limousinen zum Einsatz kam.
Der „CN36“ aus der Cinturato-Familie war in den Siebzigern ein sehr populärer Reifen, der gerne bei schnellen und auch schweren Limousinen zum Einsatz kam.
(Bild: Pirelli)

Vor siebzig Jahren testeten Ingenieure von Pirelli den ersten Prototypen eines neuartigen Reifens, aus dem später eine ganze Produktfamilie hervorgehen sollte. Damals hieß er noch nicht Cinturato, aber unter dem Laufflächenprofil verbarg sich eine echte Veränderung gegenüber der bis dato üblichen Technologie: Statt wie bisher die Cordfäden diagonal verlaufen zu lassen, waren sie bei dem neuen Reifentyp radial angeordnet. Die Radialreifen-, auch „X“-Technologie genannt, ging bei Pirelli einher mit dem Einsatz spezieller Textil- und Metallverstärkungen.

Der „fabelhafte neue Reifen mit einem eigenen Sicherheitsgürtel im Inneren“, so bewarben seine Erfinder das neue Produkt. Bald rüsteten zahlreiche Autobauer ihre Produkte mit dem neuen „367“ von Pirelli aus. Er war der Beginn einer neuen Generation von Hochleistungsreifen wie dem „Cinturato CA67“, dem „CN72“ sowie dem „CN73“ und einem Sportreifen für die Straße.

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Supersportwagen wie dem Ferrari 250 GT, der 400 Superamerica, dem Lamborghini 400GT und der Miura sowie dem Maserati 4000 und 5000 verhalf der Cinturato zu ihren beeindruckenden Fahrleistungen. Das Ziel: so viel Grip wie möglich. Der „CN12“ markierte den Beginn der Ära der Niederquerschnittsreifen, die noch bessere Fahrleistung ermöglichten. Mit der Einführung des „CN36“ für Straßenfahrzeuge, der zudem auch im Rallyesport seine Spuren hinterließ, ging die Geschichte weiter. Auf Grundlage dieser Erfahrung entwickelte Pirelli Nachfolger wie den „CN54“.

Vom ersten „Cinturato P7“ zum „P Zero“

Mitte der Siebzigerjahre kam es zur einer Revolution in der Cinturato-Familie: Der erste Cinturato P7, der für den Rallyesport im Allgemeinen und den Lancia Stratos im Besonderen entwickelt wurde, enthielt bahnbrechende Neuerungen wie einen Null-Grad-Nylongürtel und vor allem ein ultraflaches Profil. Die ersten Fahrzeuge, die ihn auf die Straße brachten, waren der Porsche 911 Carrera Turbo, der Lamborghini Countach und der De Tomaso Pantera. Auf den P7 folgte rasch der P6: ein weniger sportlicher Reifen, der aber dafür mit einem breiteren Spektrum an Einsatzmöglichkeiten ausgestattet war. Es folgte der P5, der speziell für Jaguar entwickelt wurde, denn der Automobilhersteller hatte von Pirelli einen möglichst leisen Reifen mit maximalem Fahrkomfort verlangt. In den Achtzigerjahren kamen der P600 und der P700 auf den Markt, die Nachfolger des P6 bzw. des P7.

Diese konzentrierten sich auf Optimierungen sicherheitsrelevanter Eigenschaften wie Nassgriff und Kurvenverhalten. In den Neunzigerjahren präsentierte Pirelli den P6000 und den P7000, die beide Sicherheit und Performance weiter verbesserten. In der Zwischenzeit hatten Ingenieure von Pirelli an einer weiteren Revolution gearbeitet, um das mächtige Rallyeauto Lancia S4 auszurüsten. Dieses Biest auf vier Rädern benötigte maßgeschneiderte Reifen, um mit der brutalen Kraft, die es zu erzeugen vermochte, fertig zu werden – so entstand der P Zero.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group, Vogel Business Media GmbH & Co. KG