Pirelli P Zero: Italienischer Maßanzug

Neuer UHP-Reifen zum Marktstart in rund 60 Homologationen

| Autor: Jan Rosenow

Mit Testwagen wie dem Ferrari 488 GTB stellt Pirelli den neuen P Zero vor.
Mit Testwagen wie dem Ferrari 488 GTB stellt Pirelli den neuen P Zero vor. (Foto: Rosenow)

Italien ist bekannt für seine Maßanzüge – individuell gefertigt für jeden Kunden und damit perfekt passend. Doch das Konzept der Maßfertigung lässt sich nicht nur mit edlen Wollstoffen umsetzen, sondern auch mit Kautschuk und Cord: Pirelli sieht sich als führend in der Herstellung von Reifen, die technisch an bestimmte Fahrzeugmodelle angepasst wurden und mit einer herstellerspezifischen Markierung versehen sind. Rund 720 solche „Homologationen“ hat das italienische Unternehmen mittlerweile im Programm.

Denn auch immer mehr Autobauer verlangen maßgeschneiderte Pneus: Der eine möchte sie etwas komfortabler haben, der zweite sportlicher, der dritte setzt auf hohe Laufleistung. Einen möglichst niedrigen Rollwiderstand und Preis wollen sie dagegen alle.

Wie komplex die Reifenentwicklung und vor allem die Logistik auf dem Ersatzmarkt dadurch wird, zeigt sich am Beispiel des neuen UHP-Reifens Pirelli P Zero, den das Unternehmen Anfang April in Estoril/Portugal vorstellte. Nicht weniger als 60 Homologationen sind ab Marktstart zu haben. In manchen Größen gibt es bis zu vier unterschiedliche Konstruktionen – je nachdem, ob das Produkt für einen Audi, BMW, Mercedes oder Jaguar gedacht ist.

Doch für alle Versionen soll eines gelten: maximale Fahrstabilität selbst bei höchstem Tempo. Deswegen haben die Ingenieure sich angeblich an der Formel-1-Reifentechnik des Hauses orientiert und an der Wulst eine besonders feste, wenig biegsame Mischung eingesetzt. Diese Technik verteilt die an der Seitenwand und der Wulst angreifenden Kräfte gleichmäßiger und ermöglicht zudem schnellere und präzisere Lenkreaktionen. Allerdings dürfte es dadurch nicht einfacher geworden sein, den Reifen zu montieren.

Nicht ganz unwichtig: 15 Prozent weniger Rollwiderstand

Doch die Pirelli-Ingenieure haben nicht nur an die Leistungseigenschaften ihres neuen UHP-Reifens gedacht. Die flacher gestaltete Aufstandsfläche nutzt sich sehr gleichmäßig ab und verlängert dadurch die Lebensdauer. Auch soll die Performance über das gesamte Reifenleben erhalten bleiben – jedenfalls, wenn der Fahrer nicht die gesetzliche Mindestprofiltiefe ausnutzt. Gewichtsreduktion und neue Materialien mit hohem Silica-Anteil senkten zudem den Rollwiderstand um 15 Prozent, meldet Pirelli.

Der neue Pirelli P Zero ist ab sofort in 60 Ausführungen im Handel. Genaugenommen handelt es sich um eine ganze Produktfamilie: Für „echte“ Sportwagen gibt es eine andere Profilvariante als für hoch motorisierte Standardautos sowie sportliche SUV. Und mit der dritten Variante Corsa stellt Pirelli einen Pneu für „Prestigeautos“ wie Lamporghini Aventatdor, McLaren oder Pagani Huayra bereit.

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