Pkw-Markt: Der Höhenflug geht weiter

Autor: Andreas Wehner

Mit mehr als 272.000 Neuzulassungen lag der deutsche Automarkt im November erneut deutlich im Plus. Viele Fabrikate verbuchten zweistellige Zuwächse. Der Marktführer VW hingegen verlor an Boden.

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(Foto: Wehner)

Der deutsche Automarkt bleibt weiter deutlich im Plus. Im November wurden 272.377 Pkw neu zugelassen, teilte des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Mittwoch mit. Das entspricht einem Plus von 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im bisherigen Jahresverlauf verbucht das KBA nach elf Monaten 2,9 Millionen Pkw-Neuzulassungen – 5,4 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor.

Vor allem Privatpersonen waren im November in Kauflaune. Der Anteil der privaten Neuzulassungen stieg im vergangenen Monat auf 33,6 Prozent an. Im November 2014 lag er noch bei 32,7 Prozent. „Hauptgründe des anhaltenden Aufschwungs auf dem deutschen Automarkt sind nach wie vor die gute Konjunkturentwicklung in Deutschland, die steigende Beschäftigung und niedrige Benzinpreise – aber auch hohe Rabatte, die ein wichtiger Grund für das starke Plus bei den privaten Autokäufen im November sein dürften“, kommentiert Peter Fuß, Automobilspezialist beim Beratungsunternehmen Ernst & Young, diese Entwicklung. Im gesamten Jahresverlauf ist die Zahl der privaten Pkw-Käufer jedoch mit minus 0,3 Prozent leicht rückläufig.

Der Diesel hat trotz des Abgas-Skandals offenbar keinen Schaden genommen. Der Anteil der Dieselaggregate legte laut KBA um 10,3 Prozent auf 49,7 Prozent zu, die Benziner stiegen um 6,6 Prozent auf einen Anteil von 48,2 Prozent.

VW-Konzernmarken um 1,1 Prozent im Plus

Inwieweit sich der Abgas-Skandal auf die Verkäufe der VW-Konzernmarken auswirkt, lässt sich derzeit noch schwer beurteilen. Fakt ist: Über alle Marken hinweg verbuchte der VW-Konzern nach Berechnungen von Ernst & Young im November ein unterdurchschnittliches Wachstum von 1,1 Prozent. Während Audi (+3 %) und Skoda (+13,3 %) zulegten, mussten Porsche (-0,4 %), VW (-2 %) und Seat (-3,2 %) rückläufige Absatzzahlen hinnehmen.

Die meisten anderen Fabrikate erzielten im November teils hohe zweistellige Zuwachsraten. So verzeichnet das KBA für Smart ein Neuzulassungsplus von 68 Prozent. Auch Mitsubishi (+45,8 %) und Land Rover (+44,2 %) steigerten sich deutlich. Zu den Verlierern auf dem deutschen Neuwagenmarkt zählten im vergangenen Monat vor allem Alfa Romeo (-15,2 %), Subaru (-9,3 %) und Subaru (-8,4 %).

Mit einem Plus von 34,5 Prozent stellten die Wohnmobile das Segment mit dem größten Wachstum. Rückgänge weist die KBA-Statistik dagegen in der Oberen Mittelklasse (-9,0 %), der Oberklasse (-12,2 %) und den Vans (-3,8 %) aus.

Für das Gesamtjahr rechnen Experten mit einem Neufahrzeugvolumen von 3,2 Millionen Einheiten. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sieht den Markt auch im kommenden Jahr auf diesem Niveau – mit allenfalls einem niedrigen Plus.

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 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«