Pkw-Markt in China: So anders und doch ähnlich

Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

China ist der wichtigste Wachstumsmarkt der Autoindustrie. Im Reich der Mitte hat ein deutscher Konzern die Marktherrschaft.

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(Bild: VBM-Archiv)

Das bevölkerungsreichste Land der Welt ist auch das mit den meisten Neufahrzeugen: 18,4 Millionen neue Autos kauften die Chinesen im vergangenen Jahr. Längst hat der Absatz im Reich der Mitte traditionelle Autofahrer-Regionen wie die USA (2014: 16,4 Millionen Neuzulassungen) oder Westeuropa (12,1 Millionen) überholt. Deutschland liegt jährlich bei um die drei Millionen Neufahrzeuge.

Vom Autoboom in China profitieren auch die deutschen Hersteller. Volkswagen beispielsweise setzt im Gleichschritt mit dem amerikanischen Autokonzern General Motors bereits 37 Prozent seiner weltweit verkauften Fahrzeuge in China ab, so die Analyse des Centers of Automotive Management (CAM) der FH Bergisch-Gladbach. In Westeuropa verkaufen die Wolfsburger nur 31 Prozent ihrer Autos.

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Mit einem Marktanteil von 11,8 Prozent ist VW im Reich der Mitte Marktführer. Im vergangenen Jahr konnte der deutsche Hersteller nach Zahlen der Marktbeobachter von „Focus 2 Move“ einen Rekordabsatz von knapp 2,8 Millionen Fahrzeugen einfahren. 1,6 Millionen verkaufte der chinesische Hersteller Wuling (6,9 Prozent Marktanteil). An dritter Stelle liegt Chang’an mit 4,8 Prozent Marktanteil, ebenfalls aus China. Beide Unternehmen kooperieren mit ausländischen Herstellern (GM und Peugeot-Citroën).

Eine gute Positionierung in China sorgt für Wachstum, davon ist Professor Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management überzeugt: „Angesichts einer regional sehr unterschiedlich wachsenden Branche ist die strategische Marktpositionierung zu einer wichtigen Erfolgsvoraussetzung geworden“. Nach seiner Analyse konnten auch Daimler, Jaguar-Land-Rover, Ford und BMW im vergangenen Jahr in China ordentlich Boden gut machen. Und selbst Smart gab gerade erst bekannt, dass China bereits in spätestens drei Jahren wichtigster Markt für den Nischenhersteller sein wird.

Dabei mögen es Chinesen beim Autokauf eigentlich geräumig, zeigt ein Blick in die Neuzulassungsstatistik: Das beliebteste Auto des vergangenen Jahres ist nach den Zahlen von „Focus 2 Move“ der Wuling Hongguang: rund 750.000-mal wurde der Kompakt-Van 2014 verkauft. Gebaut wird das Modell seit 2010 vom Joint-Venture-Unternehmen SAIC-GM-Wuling, einem lokalen Partner von General Motors. Zum Vergleich: Das mit großem Abstand hierzulande meistverkaufte Modell, der VW Golf, brachte es 2014 auf rund 255.000 Exemplare.

Volkswagen ist aber auch hier weit vorn zu finden: Auf Platz drei in der Bestsellerliste rangiert der VW Lavida, ein von Shanghai-VW speziell für den chinesischen Markt gebauter Golf-Ableger mit Stufenheck. Er fand rund 487.000 Käufer. Davor brachte es der Buick Excelle, eine chinesische Version des Kompakten Chevrolet Cruze, auf rund 539.000 Neuzulassungen.

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