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Pkw-Markt: Welche Marken mit WLTP durch sind – und welche nicht

| Autor: Christoph Seyerlein

Die Fabrikate aus dem Volkswagen-Konzern haben weiter mit Engpässen wegen WLTP zu kämpfen, auch bei Renault ist die Verfügbarkeit schlecht. Besser sieht es beispielsweise bei BMW und Daimler aus. Größter Gewinner bei den Neuzulassungen war im Oktober aber ein Importeur.

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(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Auch im Oktober bekam der deutschen Neuwagenmarkt die Probleme mehrerer Hersteller mit der Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP zu spüren. Obwohl es in diesem Jahr zwei Arbeitstage mehr gab als im Oktober 2017, fiel die Zahl der Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 Prozent auf 252.628 Einheiten. Nach zehn Monaten liegt der Automarkt mit 2.926.046 erstmals neu angemeldeten Autos aber weiter im Plus (+1,4 %).

Nach wie vor schwer zu kämpfen haben die Marken aus dem Volkswagen-Konzern. Porsche hatte mit einem Minus von 74,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr die stärksten Einbußen zu verkraften, dahinter folgte direkt Audi (-64 %). Aber auch bei VW Pkw (-18,9 %), Seat (-12,5 %) und Skoda (-8,8 %) machte es sich weiter bemerkbar, dass aktuell nicht alle Fahrzeuge aus der Palette verfügbar sind. Immerhin: Nachdem VW im September beim Marktanteil mit 10,1 Prozent auf Platz vier abgerutscht war, lag die Kernmarke der Wolfsburger im Oktober mit 16,2 Prozent wieder ganz vorne. Probleme mit WLTP gibt es auch weiter bei Renault. Die Franzosen zählten mit einem Minus von 36,6 Prozent ebenfalls zu den Verlierern im Oktober.

Anders sieht es dagegen bei BMW aus. Die Marken des Münchner Herstellers sind mit der WLTP-Zertifizierung durch und zählten im zurückliegenden Monat damit folgerichtig zu den Gewinnern. Das Fabrikat BMW legte um 25,6 Prozent zu, bei Mini stand ein Plus von 20,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch bei Daimler ging es aufwärts, Mercedes wuchs um 19,2 Prozent, Smart sogar um 23,8 Prozent. Die weiteren deutschen Marken (oder zumindest mit Produktion in Deutschland) zeigten sich stabil, Ford legte um fünf Prozent zu, Opel um ein Prozent. Den größten Satz nach vorne machte im Oktober mit Mitsubishi allerdings eine Importeurs-Marke, die Japaner übertrafen ihr Ergebnis aus dem Vorjahresmonat um 63,3 Prozent.

Elektrifizierte Autos legen zu

Mit Abstand am gefragtesten waren bei Kunden auch im Oktober weiterhin Benzin-Modelle. Ihr Anteil an den Neuzulassungen lag bei 62,3 Prozent, fiel damit allerdings niedriger aus als vor Jahresfrist (-5,3 %). Diesel machten mit 31,8 Prozent Anteil nicht einmal mehr ein Drittel vom Gesamtmarkt aus (-15,8 %). Dagegen nahm die Beliebtheit von Hybrid-Autos (4,4 % Marktanteil, +31,5 %) und reinen Elektrofahrzeugen (1,3 % Marktanteil, +55,5 %) zu. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der neu zugelassenen Autos im Oktober lag bei 130,9 Gramm pro Kilometer (Vorjahresmonat: 127,6 g/km).

In den kommenden Monaten ist weiterhin mit Auswirkungen des „WLTP-Effekts“ zu rechnen, auch wenn er sich zunehmend abschwächen wird. Viele Hersteller und Importeure reagieren bereits mit sogenannten „Umstiegsprämien“ und loben teils hohe Rabatte auf Neuwagen aus. Reinhard Zirpel, Präsident des Verbands der Internationalen Kfz-Hersteller (VDIK), sagte: „Durch die von fast allen Marken angebotenen Umstiegsprämien wird sich der Markt stabilisieren.“

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