Telematik: Direkter Draht zum Kunden

Die Automobilhersteller vernetzen die Fahrzeuge ihrer Kunden. Sie wollen ihnen Onlinedienste offerieren und fällige Servicearbeiten in ihre Partnerbetriebe steuern. Und die freien Werkstätten? Die haben (noch) das Nachsehen.

| Autor: Norbert Rubbel

Mithilfe ihrer Telematikdienste steuern Automobilhersteller wie Volkswagen die vernetzten Kundenfahrzeuge in die Werkstätten ihrer Vertragspartner.
Mithilfe ihrer Telematikdienste steuern Automobilhersteller wie Volkswagen die vernetzten Kundenfahrzeuge in die Werkstätten ihrer Vertragspartner. (Bild: Volkswagen)

Die komfortablen Telematiklösungen der Automobilhersteller wie „Car-Net“ von Volkswagen, „Mercedes me connect“ von Daimler und „Connected Drive“ von BMW sind verführerisch. Sie helfen den Autofahrern, entspannt ans Ziel zu kommen, bei der Parkplatzsuche und im Pannenfall. Sie zeichnen die Fahrstrecken, Tankvorgänge und Verschleißzustände auf und arrangieren ganz bequem einen Werkstatttermin mit dem Autohaus.

Dass die Telematikdienste und die Übermittlung der Halter- und Fahrzeugdaten an die Vertragswerkstätten das Gleichgewicht im Servicemarkt verändern könnten, vermutet der Gesamtverband Autoteilehandel (GVA): „Die Fahrzeughersteller können die gewonnenen Daten analysieren und verarbeiten und in der Folge Einfluss auf Wartung und Reparatur des Fahrzeugs nehmen.“ Unter einem Informationsmonopol der Automobilhersteller würden laut GVA vor allem die zahlreichen herstellerunabhängigen Akteure des Aftermarkets leiden. Marktbeobachter rechnen damit, dass bis 2025 rund 40 Prozent aller Fahrzeuge mit Telematiklösungen der Fahrzeughersteller ausgestattet sind.

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