Lackiervorbereitung: Ionenpustefix

Das Lackieren von Kunststoffteilen stellt Lackierbetriebe vor große Herausforderungen, denn nicht leitende Materialien laden sich beim Reinigen oder Bearbeiten elektrostatisch auf – und ziehen störende Staubteilchen aus der Luft geradezu magisch an.

| Autor: Ottmar Holz

Direkt nach der üblichen Reinigung mit einem Tuch entfernt der Anwender die elektrostatische Aufladung mit der Ionstar.
Direkt nach der üblichen Reinigung mit einem Tuch entfernt der Anwender die elektrostatische Aufladung mit der Ionstar. (Bild: Holz)

Karosserieteile aus Kunststoff ohne störende Staubeinschlüsse zu lackieren, ist schwierig. Ihre Oberfläche lädt sich bereits beim Loslassen des Bauteils durch Ladungstrennung (beim Auseinandergehen zweier Gegenstände verliert eines der beiden Materialien Elektronen aus den Atomen seiner Oberfläche an die Atome auf der Oberfläche des anderen Körpers) elektrostatisch auf. Da Kunststoffe je nach Materialzusammensetzung mehr oder weniger schlecht leiten, bleibt der Elektronenüberschuss oder Elektronenmangel bestehen und gleicht sich durch übliche Erdungsmaßnahmen wie Massebänder nur sehr langsam bis gar nicht aus. Bei entsprechend starker Aufladung droht ein Funkenschlag, der explosive Lack- oder Staub-Luft-Gemische entzünden kann.

Besonders kritisch sind ungrundierte Kunststoffe, die sich vergleichsweise stärker aufladen als bereits mit einer Grundierung versehene Bauteile. Die Stärke der Aufladung hängt nicht nur vom Material, sondern auch von der Größe der Kontaktfläche und Art der Trennungsbewegung ab. Während durch bloßes Berühren und Loslassen beim Transport oder der Positionierung des Bauteils nur wenig Aufladung entsteht, kann sich ein Plastikteil durch Abreiben mit einem Reinigungstuch sehr stark aufladen. Die höchsten Spannungswerte stellen sich jedoch beispielsweise beim Abziehen von Schutz- oder Transferfolien ein.

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