VW: Heute Palast, morgen Ballast?

VW will künftig stärker auf hippere Etablissements als auf den klassischen Vollfunktionsbetrieb setzen. Dabei haben einige Händler gerade erst in solche „Glaspaläste“ investiert. Das sorgt für Zukunftsängste in einem Netz, das schon heute an vielen Stellen zu kämpfen hat.

| Autor: Christoph Seyerlein

(Bild: Privat)

Zeitunglesen dürfte gerade nicht zu den motivierendsten Beschäftigungen für VW-Händler gehören. Dieseldiskussion? Weiter omnipräsent. Probleme mit WLTP? Längst nicht ausgestanden. Stand bei jenen Themen zumindest noch der Hersteller im Mittelpunkt, kam es aber kürzlich nach einer Pressekonferenz von Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann für den Handel so richtig dick. „VW leitet das Ende des Autohauses ein“, titelte etwa die „Süddeutsche Zeitung“.

Was war passiert? Im Prinzip war die große Publikumspresse nur mit Verspätung auf ein Thema aufmerksam geworden, das in der VW-Welt schon seit vergangenem Herbst schwelt: Im Oktober 2017 hatte der Hersteller die Verträge mit seinen Partnern gekündigt. Es folgten Verhandlungen, die erst verfahren wirkten und dann – für viele überraschend – doch im Juli 2018 ziemlich plötzlich beendet waren. Eines der Ergebnisse, die die Wolfsburger mit dem Partnerverband ausgehandelt hatten, fand aber erst jetzt in der breiten Berichterstattung seinen Niederschlag. Provoziert hatte das Stackmann selbst, als er vor versammelter Presse rausposaunte: „Es geht nicht mehr um Glaspaläste.“

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