Ssangyong: Neuer Korando soll Wachstum bringen

Für die Koreaner war 2018 ein schwieriges Jahr. Um fast 25 Prozent sind die Neuzulassungen nach unten gegangen. Für das laufende Jahr ist Ssangyong-Deutschland-Geschäftsführer Ulrich Mehling optimistischer. Das liegt vor allem daran, dass mit dem Korando ein neues Modell in den Startlöchern steht.

| Autor: Andreas Wehner

Ulrich Mehling, Geschäftsführer von Ssangyong Motors Deutschland, will mit dem neuen Korando und einer neuen Motorenpalette wieder auf Wachstumskurs gehen.
Ulrich Mehling, Geschäftsführer von Ssangyong Motors Deutschland, will mit dem neuen Korando und einer neuen Motorenpalette wieder auf Wachstumskurs gehen. (Bild: Wehner / »kfz-betrieb«)

Die Neuzulassungen bei Ssangyong sind 2018 um rund 25 Prozent gesunken. Wie beurteilen Sie die Situation?

2018 war ein herausforderndes Jahr. Der Markt hat sich deutlich vom Diesel weg hin zum Benziner entwickelt. Und wir hatten da nicht unbedingt die Fahrzeuge und vor allem die Motoren, die wir uns gewünscht hätten. Hinzu kommt, dass man dem aktuellen Korando eben anmerkt, dass er sich am Ende des Lebenszyklus befindet. Nichtsdestotrotz war der Rexton sehr erfolgreich – und das obwohl er nur mit Diesel erhältlich ist.

Wie hat sich die WLTP-Umstellung bei Ssangyong ausgewirkt?

Wir hatten keine Probleme. Die betroffenen Fahrzeuge waren im Wesentlichen bis Ende August zugelassen. Für einige gab es Ausnahmegenehmigungen. Aber im Großen und Ganzen war das kein Thema im Handel.

Zum Jahresstart 2019 hat sich das Minus fortgesetzt. Was erwarten Sie für dieses Jahr?

Für 2019 sind wir viel optimistischer. Wir haben den neuen Korando, den es in Genf erstmals zu sehen gab. Er ist etwas breiter, etwas länger, mit einem längeren Radstand. Das heißt er hat mehr Platz als der Vorgänger. Hinzu kommt eine komplett neue Motorengeneration. Er hat alle wesentlichen Assistenzsysteme an Bord. Alles in Allem ist der neue Korando ein sehr interessantes Fahrzeug. Das Auto kommt im September und wir gehen davon aus, dass wir damit einen großen Schritt nach vorn machen werden. Wir glauben, dass wir das C-Segment-SUV mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis auf dem deutschen Markt haben werden.

Können Sie zu den Preisen denn schon etwas sagen?

Die sind noch nicht final festgelegt. Wir werden bei etwa 22.000 Euro starten. In Vollausstattung dürften wir bei 36.000 landen.

Wie sehen Sie sich mit Ihrer Modellpalette insgesamt aufgestellt?

Ebenfalls im September erhält der Tivoli ein Facelift und ebenfalls neue Motoren. Zum Jahresende kommt mit der Langversion des Musso noch eine zusätzliche Ergänzung. Der Rexton läuft in seinem zweiten Jahr nach wie vor stabil – obwohl wir im Vergleich zum Vorgänger einen großen Preissprung gemacht haben. Da punktet einfach die große Anhängelast. Wir glauben, dass wir mit dieser recht jungen Modellpalette ein sehr gutes Angebot haben.

Womit rechnen Sie dann was die Neuzulassungen angeht?

Es sollten mindestens 2.500 Autos werden. Wenn der Korando im kommenden Jahr voll verfügbar ist, rechnen wir mit einer Steigerung auf 3.000 Einheiten.

Wie ging es dem Handel mit den zuletzt schleppenden Verkäufen?

Da haben wir natürlich auch Licht und Schatten. Wir haben Händler, die sich über die letzten Jahre eine Kundenbasis aufgebaut haben und gute Erträge erzielen. Sie dürfen nicht vergessen, dass die Investitionen und der Aufwand bei Ssangyong sehr gering ist. Und wir haben aktuell jedes Jahr ein neues Modell. Wenn der Händler sich mit Ssangyong befasst und das Geschäft mit dieser Marke versteht, kann er gut Geld verdienen.

Wir sehen Sie ihr Händlernetz inzwischen aufgestellt?

Das Händlernetz wächst, aber nicht mehr in dem Maße wie in den vergangenen Jahren. Wir haben durchaus noch offene Punkte und hoffen, dass wir vor allem mit dem neuen Korando noch einmal Interesse erzeugen können und etwas Schwung aufnehmen können.

Der Korando soll auch als Elektroauto kommen. Wann?

Ende 2020.

Gibt es weitere Pläne hinsichtlich Elektrifizierung - eventuell auch in Richtung Hybrid oder Plug-in-Hybrid gedacht?

Aktuell ist über den elektrischen Korando hinaus nichts geplant.

Derzeit ist das Thema Auto-Abos in aller Munde. Kommen solche Geschäftsmodelle für Ssangyong in Frage?

Wenn man unsere Größe hat, muss man auch wissen, was man nicht machen will. Wir können nicht überall mitmischen. Wir konzentrieren uns auf den klassischen Vertrieb über unser Händlernetz. Davon sind wir überzeugt.

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