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Politiker: Hannelore Kraft fährt den Dicksten

| Autor: Christoph Seyerlein

Die DUH hat die Dienstwagen deutscher Spitzenpolitiker aufgelistet. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft setzt lieber auf Sicherheit als auf Sparsamkeit, ihr bayerischer Kollege Horst Seehofer sorgt für ein Kuriosum.

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Einige deutsche Spitzenpolitiker setzen bei ihren Dienstwägen auf gepanzerte Fahrzeuge.
Einige deutsche Spitzenpolitiker setzen bei ihren Dienstwägen auf gepanzerte Fahrzeuge.
(Foto: Daimler)

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nimmt derzeit jede Gelegenheit wahr, die Autobranche wegen zu hoher Emissionswerte mit teils fragwürdigen Anschuldigungen zu attackieren. Hatte sich der Verein im Zuge der Abgas-Affäre rund um VW anfangs vor allem auf die Hersteller eingeschossen, bekommt seit einigen Wochen auch die Politik verstärkt ihr Fett weg. So auch im aktuellen „Dienstwagen-Check“ unter deutschen Spitzenpolitikern, den die DUH bereits zum zehnten Mal durchgeführt hat.

Unter anderem veröffentlichte der Verein ein „CO2-Ranking“ unter Deutschlands Top-Politikern auf Bundes- und Landesebene. Am besten schneidet aktuell Bremens Bürgermeister Carsten Seling ab. Seine Diesel-E-Klasse von Mercedes-Benz stößt pro Kilometer Herstellerangaben zufolge 106 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer aus. Am anderen Ende der Rangliste ist Nordrhein-Westfalens Landeschefin Hannelore Kraft mit ihrer sondergeschützten Mercedes-Benz S-Klasse unterwegs. Hier liegen die CO2-Emissionen bei 268 Gramm pro Kilometer. Von den Bundesministern ist ausgerechnet die Leiterin des Umwelt-Ressorts, Barbara Hendricks, gemeinsam mit Arbeitsministerin Andrea Nahles und Justizminister Heiko Maas am wenigsten sparsam unterwegs. Ihr Audi A8 stößt 159 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Der A8 ist zugleich das beliebteste Modell unter den deutschen Spitzenpolitikern: Insgesamt fahren 17 Bundesminister und Ministerpräsidenten Audis Flaggschiff in verschiedenen Versionen. Eine Übersicht über die Dienstwagen der deutschen Top-Politiker finden Sie in folgender Bildergalerie.

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Für ein Kuriosum sorgte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer: Er verweigerte laut DUH die Auskunft über seinen Dienstwagen, der Verein hat dagegen vor dem Verwaltungsgericht München geklagt. Einen ähnlichen Fall habe es schon einmal beim ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten Rüttgers gegeben, teilte die DUH mit, dieser wurde demnach von einem Gericht zur Offenlegung der Angaben gezwungen.

Insgesamt hat die DUH 231 Politiker nach ihren Autos und deren CO2-Ausstoß, Spritverbrauch, Antriebsart und Motorleistung befragt. Die besonders geschützten Fahrzeuge der Bundeskanzlerin, der Verteidigungsministerin, des Finanz-, Innen- und Außenministers und des Bundespräsidenten flossen wie in den Vorjahren nicht in die Wertung mit ein. Keine positiven Bewertungen gab es in diesem Jahr aufgrund der Diesel-Affäre für Modelle mit Selbstzünder. So verteilte die DUH in diesem Jahr lediglich acht „Grüne Karten“ als Symbol für eine positive Beurteilung. Allesamt gingen sie an Benziner-Hybride mit weniger als 124 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer.

Grüne durchschnittlich am saubersten unterwegs

Im Parteienvergleich machen die Grünen ihrem Namen zumindest teilweise Ehre und schneiden laut DUH mit einem Durchschnitts-Ausstoß von 124 Gramm pro Kilometer derzeit am besten ab. Es folgen die Linken mit durchschnittlich 138 Gramm CO2 pro KIlometer, die SPD mit 147 Gramm und die CDU mit 155 Gramm. Schlusslicht sind die Mitglieder der CSU, die im Durchschnitt 162 Gramm CO2 pro Kilometer verbrauchen.

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