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Polizei stoppt internationale Autodiebesbande

Autor: Viktoria Hahn

Eine Serie von Auto-Diebstählen im Jahr 2019 in der Region Heilbronn ist aufgeklärt. Der Polizei ist dabei ein Schlag gegen eine international operierende Bande gelungen, die es auf hochwertige, mit Keyless-Go-Systemen ausgestattete Fahrzeuge abgesehen hatte.

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Sofort geöffnet. Ein Keyless-Go-System ist komfortabel, aber derzeit auch leicht zu überlisten.
Sofort geöffnet. Ein Keyless-Go-System ist komfortabel, aber derzeit auch leicht zu überlisten.
(Bild: ÖAMTC)

Mit der Festnahme von sieben polnischen Staatsangehörigen hat die Kriminalpolizei Heilbronn in internationaler Zusammenarbeit eine Diebesbande zerschlagen, die allein in Deutschland für mindestens 27 Pkw-Diebstähle verantwortlich war. Die Bande, die ihre Taten von Polen aus organisiert hatte, war zwischen März und November 2019 aktiv. Sie hatte es auf teure Fahrzeuge abgesehen und nach bisherigem Stand einen Gesamtschaden in Höhe von 1,4 Millionen Euro verursacht. Das teilte das Polizeipräsidium Heilbronn am Mittwoch mit.

Im Jahr 2019 war es zu einer massiven Häufung von Diebstählen hochwertiger, mit Keyless-Go-Systemen ausgestatteter Pkw im Landkreis Heilbronn gekommen. Zwischen Januar und August gab es dort 34 solcher Fahrzeugdiebstähle mit einem Gesamtschaden von rund zwei Millionen Euro. Auffallend war, dass die Tatorte nahe der Autobahn lagen und die Täter nachts zuschlugen.

Es gelang den Dieben jeweils, das elektronische Keyless-Go-System unbemerkt zu überwinden. In 29 von 34 Fällen wurden Fahrzeuge der Marke Audi gestohlen. Von den Autodiebstählen im Heilbronner Landkreis können der hierarchisch geführten Gruppierung bislang elf Taten zur Last gelegt werden. Die Sicherheit von Keyless-Go-System wird immer wieder kritisiert. Zuletzt hatte der österreichische Autofahrerclub ÖAMTC untersucht, wie einfach die Systeme zu knacken sind.

Festnahme der Tatverdächtigen

Am 9. November nahmen verdeckte Ermittler bei Philippsburg vier polnische Staatsangehörige unmittelbar nach dem Diebstahl eines Audi A8 fest. Zwei weitere Tatverdächtige entwendeten am 27. November einen Sprinter der Marke Mercedes-Benz in Limeshain/Hessen. Sowohl das gestohlene Fahrzeug als auch ein polnisches Begleitfahrzeug waren bereits auf der Autobahn in Richtung Osten unterwegs. An einer Rastanlage in Thüringen konnten beide Fahrer, ebenfalls polnische Staatsangehörige, festgenommen werden.

Ein weiterer Tatverdächtiger polnischer Herkunft wurde bereits am 5. November nach einem Verkehrsunfall mit einem gestohlenen Fahrzeug in Bayern vorläufig festgenommen. Die Fahrten nach Deutschland wurden offenbar von sogenannten Begleitfahrern durchgeführt – der wohl untersten Ebene der Bandenstruktur.

Kooperation mit Europol und polnischer Polizei

Ein solcher Ermittlungserfolg sei nur durch eine international enge und koordinierte Zusammenarbeit möglich gewesen, meinte der Heilbronner Polizeipräsident Hans Becker. So veranstaltete die Kriminalpolizei Heilbronn im Januar 2020 ein zweitägiges Treffen mit Teilnehmern von Europol, der polnischen Polizei, Bundeskriminalamt, Landeskriminalamt, der Staatsanwaltschaft Heilbronn und von polizeilichen Spezialeinheiten, um die weiteren Maßnahmen sowohl in Deutschland als auch in Polen abzusprechen. Die aufwändigen Ermittlungen wurden außerdem von Europol mit 50.000 Euro unterstützt.

Die einzelnen Tatorte lagen in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Bislang konnten Vermögenswerte im Wert von 250.000 Euro sichergestellt werden. Die sieben polnischen Staatsangehörigen im Alter von 25 bis 34 Jahren sitzen in unterschiedlichen baden-württembergischen Justizvollzugsanstalten in Untersuchungshaft.

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Über den Autor

 Viktoria Hahn

Viktoria Hahn

Volontärin des Newsdesk von »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG