Porsche 911 Targa S – luftiger Bügel

Autor / Redakteur: sp-x / Steffen Dominsky

Der Bügel kommt zurück. Beim nächsten Porsche 911 Targa wird die Querspange wieder sichtbar und der Innenraum luftiger. Wie sich das anfühlt, konnten wir mit dem Urahn von 1970 erleben.

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Einst Notlösung, seit langem mit festem Fan-Kreis: die Targa-Modelle des Porsche 911.
Einst Notlösung, seit langem mit festem Fan-Kreis: die Targa-Modelle des Porsche 911.
(Foto:sp-x)

Der Wind pfeift durchs Haar, der Boxermotor röhrt von hinten und die Karosserie bleibt steif wie ein Brett. Ein Porsche 911 Targa fährt sich so luftig wie ein Cabrio und so dynamisch wie ein Sportwagen – auch wenn er schon über 40 Jahre alt ist. Erstaunlich, denn Cabrios waren früher selten wirklich sportlich. Bauartbedingt mussten Schweller und Unterboden umfangreich verstärkt werden, damit die Karosserie nicht in jeder Kurve knarzte oder sich verzog.

Mit dem Targa ging Porsche 1965 deshalb einen Mittelweg: stabile Karosserie und gleichzeitig luftiges Fahrerlebnis. Strengere Zulassungsrichtlinien in den USA machten diesen Schritt notwendig. Den offenen Elfer mit dem dominanten Bügel nannte Porsche „Sicherheitscabriolet“ und verkaufte ihn ab August 1967 mit einem Aufpreis von 1.400 Mark gegenüber dem Coupé. Somit waren mindestens 20.400 Mark für einen 911 Targa fällig. Doch das schreckte die betuchten Kunden kaum ab: Das Auto traf den Nerv der Zeit und wurde schnell ein Verkaufsrenner. Auch nach Einführung des ersten „richtigen“ Cabrios 1983 blieb der Targa im Programm.

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Allerdings verabschiedete sich Porsche in den vergangen Jahren immer mehr vom traditionellen Konzept mit dem manuell herausnehmbaren und faltbaren Dachelement und präsentierte 1996 eine elektrisch verschiebbare Panoramaglasdach-Konstruktion als Targa-Lösung. Die prägnanten Bügel aus gebürstetem Aluminium waren ab da passé.

Mit der aktuellen Baureihe 991 kommt der auffällige Bügel wieder, wenn auch erst 2014. Beim nächsten Targa wird dieser, anders als bei seinem Vorgänger der Baureihe 997, mit einem verschiebbaren Dachmittelteil und fest montierten Sicherheitsbügeln auf Höhe der Sitzlehnen ausgestattet. Ähnlich wie beim 911 Cabrio wird das vermutlich gläserne und große Panorama-Dach dann elektrisch gefaltet und hinter den Targa-Bügel geschoben. Ob sich das Glasdach dann mit einer speziellen Beschichtung auch automatisch abdunkeln kann, ist noch nicht bekannt. Außer bei der Dachkonstruktion wird sich der Porsche 911 Targa nur unwesentlich vom 911 Carrera unterscheiden. So kommt im kleinen Targa der 257 kW/350 PS starke 3,4-Liter-Boxer zum Einsatz und im Porsche 911 Targa S der 3,8-Liter mit 294 kW/400 PS. Im Gegensatz zur 997-Baureihe wird es den 991-Targa aber nicht ausschließlich als Allradversion Targa 4 und Targa 4S geben, sondern auch mit reinem Heckantrieb.

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