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Porsche: Fingerabdruck für die 911er-Haube

| Autor / Redakteur: Holger Schweitzer / Dr. Holger Schweitzer

Wem ein eigener Porsche 911 noch nicht exklusiv genug ist, kann die Motorhaube beim Neukauf nun auch im Design des eigenen Fingerabdrucks bestellen. Dafür haben die Stuttgarter ein neuartiges Verfahren entwickelt.

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Kunden können ab sofort die Motorhaube ihres neuen 911 mit dem eigenen Fingerabdruck dekorieren.
Kunden können ab sofort die Motorhaube ihres neuen 911 mit dem eigenen Fingerabdruck dekorieren.
(Bild: Porsche)

Käufer des Porsche 911 können ihn ab Werk mit einer individuell gestalteten Druckgrafik bestellen. Dafür hat der Stuttgarter Hersteller eigens ein sogenanntes Direct-Printing-Verfahren entwickelt, mit dem sich grafische Elemente in hoher Qualität auf lackierte Karosseriebauteile drucken lassen. Die Technik will Porsche schrittweise optimieren. Im ersten Schritt können Käufer eines neuen 911er die Fronthaube mit einem Design basierend auf dem eigenen Fingerabdruck individualisieren lassen. Damit will das Unternehmen die hohe Qualität des Drucks sowie die Vielfalt an möglichen Individualisierungen hervorheben. Mittelfristig sollen nach Herstellerangaben weitere kundenindividuelle Designs möglich sein.

Kunden, die sich für dieses Angebot interessieren, können sich bei den Beratern in den Porsche-Zentren informieren. Anschließend geht es laut Porsche für die Kunden in die Porsche Exclusive Manufaktur in Zuffenhausen, wo sie Berater vom Abgeben des Fingerabdrucks bis zum fertiggestellten Fahrzeug begleiten.

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Tintenstrahldrucker für die Lackierung

Das Besondere an dem Direct-Printing-Verfahren ist dem Unternehmen zufolge, dass es Designs ermöglicht, die mit einer konventionellen Lackierung nicht darstellbar sind. Das Prinzip ist mit der Funktionsweise eines Tintenstrahldruckers vergleichbar: Mithilfe eines Druckkopfes wird Lack automatisiert und ohne Sprühnebel (Overspray) auf dreidimensionale Bauteile aufgebracht.

Da die Düsen separat angesteuert werden, könne jeder Farbtropfen gezielt appliziert werden, erläutert Christian Will, Leiter Produktionsentwicklung bei der Porsche AG. „Die Komplexität liegt dabei im Dreiklang zwischen Robotertechnik (Steuerung, Sensorik, Programmierung), Applikationstechnik (Druckkopf, Grafikhandling) und Lacktechnologie (Applikationsprozess, Lack)“, so Will. Damit sei der Prozess einer Folierung in Anmutung und Haptik deutlich überlegen.

Wie der Fingerabdruck auf die Haube kommt

Entscheidet sich ein Kunde, seinen Elfer mit dem neuen Druckverfahren veredeln zu lassen, demontieren die Spezialisten der Porsche Exclusive Manufaktur die Fronthaube des Fahrzeugs, sobald es fertig produziert ist. Die Haube wird anschließend nach den individuellen Wünschen des Kunden per Roboter lackiert, mit einer Klarlackschicht versehen und manuell auf Hochglanz poliert. Danach wird das veredelte Bauteil wieder eingebaut. Wie Porsche betont, bleibt der Kunde in den gesamten Entstehungsprozess seiner Druckgrafik eingebunden und hat jederzeit den vollen Überblick darüber, wie seine Daten verwendet werden.

Eine individuelle Druckgrafik kostet in Deutschland 7.500 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) und ist ab März 2020 erhältlich.

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