Probefahrt Porsche-Kunden sollen autonomes Fahren beim Händler testen können

Autor: Christoph Seyerlein

Wohl nur wenige Autokäufer würden sicherheitsrelevante Fahrerassistenzsysteme bei einer Probefahrt auf Herz und Nieren testen. Mithilfe des Wiener Start-ups NXRT arbeitet Porsche nun an einer Lösung, die das deutlich vereinfachen könnte.

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Das Wiener Start-up NXRT setzt auf Mixed-Reality-Formate.
Das Wiener Start-up NXRT setzt auf Mixed-Reality-Formate.
(Bild: NXRT)

Spurhalteassistent, adaptiver Tempomat, Notbremsassistent – moderne Autos haben oft allerlei Technik an Bord, die Grundlagen für das autonome Fahren schaffen. Bei Probefahrten werden Kunden aber nur von manchen davon Gebrauch machen. Wer würde schließlich freiwillig Notbremsassistenten testen?

In den kommenden Jahren wird sich die Technik schnell weiterentwickeln, weitere Funktionen werden hinzukommen. Für Hersteller und Händler, die damit zusätzliches Geld verdienen wollen, wird es wichtig werden, Interessenten diese Features näher zu bringen und so mögliche Barrieren abzubauen.

Bei klassischen Probefahrten könnte das wie erwähnt schwierig werden. Porsche greift deshalb nun auch zu einer Alternativlösung. Der Sportwagenhersteller arbeitet mit dem Start-up NXRT (kurz für Nekonata XR Technologies) zusammen. Die Wiener haben sich auf Mixed-Reality-Lösungen spezialisiert. Im Fall von Porsche werden so echte Fahrzeuge dank einiger Sensoren und einer VR-Brille zu Simulatoren. Entsprechende Pilotprojekte laufen.

Porsche erhofft sich geringeres Unfallrisiko und mehr Umsatz

Führen diese zu positiven Ergebnissen, ist es also vorstellbar, dass sich Interessenten beim Porsche-Händler künftig also in einen echten 911, Taycan oder Cayenne setzen und im Stehen beispielsweise autonome Fahrfunktionen testen können. „Das mindert das Unfallrisiko für die Händler und ihre Kunden und erhöht gleichzeitig die Umsätze“, teilten die Zuffenhausener am Montag mit.

Porsche-Beschaffungsvorstand Uwe-Karsten Städter erklärte, externe Partnerschaften würden für den Autobauer immer wichtiger. Vor allem, wenn es darum gehe, „die innovativsten Technologien für unser Unternehmen und unsere Produkte zu gewinnen.“ Im digitalen Umfeld sei das ein Erfolgsfaktor.

Hintergrund: Das ist NXRT

NXRT gibt es seit 2019. Von Lukas Stranger, Alexis Kopciak, Martin Wagner und Patrick Kolar gegründet, arbeiten inzwischen rund 30 Mitarbeiter für das Start-up mit Hauptsitz in Wien. Neben der Automobilindustrie hat das Unternehmen beispielsweise auch die Bahn- und die Luftfahrtbranche als potenzielle Kunden im Fokus.

Ende 2020 hatten die Österreicher in einer Finanzierungsrunde 1,5 Millionen Euro eingesammelt. Dabei sicherte sich der Bahnbau-Konzern Rhomberg Sersa Rail Group aus Vorarlberg 18 Prozent der Anteile an NXRT.

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Fachredakteur Next Mobility