Fahrbericht Porsche Macan – Bestseller mit Zukunft

Autor / Redakteur: sp-x / Marie Lücke

Porsche schärft den Macan nach. Die bislang stärkste Version fliegt raus, eine ganz neue kommt. Allerdings erst in zwei Jahren.

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Drei Varianten bietet Porsche ab Anfang Oktober an: Macan, Macan S und Macan GTS. Alle haben nun deutlich mehr Leistung als ihre jeweiligen Vorgänger. Bestellungen sind ab sofort möglich.
Drei Varianten bietet Porsche ab Anfang Oktober an: Macan, Macan S und Macan GTS. Alle haben nun deutlich mehr Leistung als ihre jeweiligen Vorgänger. Bestellungen sind ab sofort möglich.
(Bild: Porsche)

Die gute Nachricht vorweg: Auch wenn Porsche sein Mittelklasse-SUV Macan in zwei Jahren als reinelektrisches 800-Volt-Modell mit dann wohl rekordverdächtiger Reichweite anbietet, werden die in diesen Tagen aufgewerteten Verbrenner des Porsche-Bestsellers parallel weitergebaut. Ein endgültiges Aus für die Vier- und Sechszylinder mit Turbo- und Biturbo-Aufladung wurde vom Porsche-Vorstand definitiv noch nicht beschlossen, die Produktion kann also auch noch bis zum Ende dieses Jahrzehnts andauern.

Seit 2014 produziert Porsche nun schon den Macan im Werk Leipzig. Über 600.000 Einheiten wurden seitdem in Sachsen fertiggestellt und auch verkauft – vor allem im größten Macan-Markt China. Das erklärt auch, warum rund 80 Prozent aller Macan-Käufer Porsche-Neukunden sind. Und auch der Frauenanteil, der bei Porsche-Fahrzeugen ansonsten eher niedrig ist, ist beim Macan überdurchschnittlich hoch, in China bei nahezu 60 Prozent.

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Die jetzt turnusgemäß anstehende Produktaufwertung, landläufig auch als Facelift bezeichnet, kostet den Endkunden rund 3.000 Euro mehr. Dafür wird aber auch einiges geboten, vor allem seitens der Motorisierung. Drei Varianten Macan, Macan S und Macan GTS bietet Porsche ab Anfang Oktober an (Bestellungen sind ab sofort möglich), alle haben nun deutlich mehr Leistung als ihre jeweiligen Vorgänger. Überraschung: Der Turbo wird nicht mehr offeriert, die kraftvolle Speerspitze übernimmt jetzt der doppelt aufgeladene GTS, dessen 2,9-Liter-Benziner um 44 kW/60 PS auf 324 kW/440 PS leistungsgesteigert wurde. Sportwagenlike beschleunigt der zwei Tonnen schwere Fünftürer in Kombination mit dem Sport-Chrono-Paket in 4,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt jetzt ebenfalls sportive 272 km/h.

Damit so ein hochbeiniger SUV auch bei schnellen Kurvenfahrten einem noch dynamischeren 911er folgen kann, oder es zumindest mal versuchen möchte, wurde das Fahrwerk optimiert und eine neue Sport-Luftfederung, serienmäßig beim GTS, montiert. Dabei regelt die Dämpfung des PASM (Porsche Active Suspension Management) kontinuierlich die Kraft für jedes einzelne Rad. Über das Lenkrad erhält der Fahrer ein anständiges Feedback, über die teils unwegsamen Gegebenheiten unter den vier Breitreifen. Beim GTS sollte das Gelände aber nicht allzu grob ausfallen, da die Karosserie um einen Zentimeter tiefergelegt wurde. Das hört sich zwar nach nicht sehr viel an, ist aber vor allem von außen deutlich sichtbar. Aufpreispflichtig ist das GTS-Sport-Paket mit 18-fach verstellbaren Sportsitzen, Carbon-Flächen und eine Race-Tex-Ausstattung im Innenraum.

Macan S ähnelt GTS-Vorgänger bei der Motorisierung

Den mit Abstand größten Sprung nach vorn macht allerdings die mittlere Motorisierung im Macan S – zumindest gefühlt. Die Leistung des V6-Biturbos wurde zwar „nur“ um 20 kW/26 PS gesteigert, auf nun 280 kW/380 PS, allerdings handelt es sich hier um die identischen Leistungsdaten des Macan-GTS-Vorgängers. Auf Nachfrage bestätigte Porsche, dass auch die sportliche GTS-Charakteristik mit schnellerem Ansprechverhalten unter anderem bei der Gasannahme übernommen wurde, so dass der Sprint von null auf 100 km/h nun mit 4,6 Sekunden um eine halbe Sekunde schneller gelingt.

Komplett neu entwickelt wurde das Einstiegstriebwerk mit nur einem Turbolader und vier in Reihe angeordneten Zylindern. Die Kraft von 195 kW/265 PS kommt aus zwei Litern Hubraum, die den 1.845 Kilogramm schweren SUV in 6,2 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und damit eine Höchstgeschwindigkeit von 232 km/h erreicht. Übrigens: Die drei neuen Macan-Modelle (interner Code H1 III) haben serienmäßig das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) und Allradantrieb mit Porsche Traction Management (PTM).

Farbig geht's zu, drei der insgesamt 14 Außenfarben sind neu in der Baureihe: Enzianblaumetallic, Papayametallic und Pythongrün. Prinzipiell ist aber jeder gewünschte Exterieur-Ton machbar, selbstredend gegen Aufpreis, in den Programmen „Individualfarbe“ und „Farbe nach Wahl“ der Porsche Exclusive Manufaktur. Ansonsten ist die Modellpflege optisch eher unauffällig gehalten. Wer genau hinschaut, erkennt den sportlicheren Kühlergrill und zwei in Wagenfarbe lackierte Querstreben. Auffällig ist der Diffusor unter der Heckschürze mit den beiden Doppelendrohren, der an den Taycan Cross Turismo erinnert.

Fazit: Sportlicher Alleskönner

Im Innenraum dominieren jetzt feedbackgebende Touchflächen rund um den verkürzten Gangwahlhebel, zahlreiche Schalter und Knöpfe wurden so ersetzt. Das ist etwas umständlich, vor allem bei der Klimaautomatik. Die neuen Multifunktions- und GT-Sportlenkräder stammen vom aktuellen 911. Der neue Macan ist ein sportlicher Alleskönner, der auch weiterhin für Porsche ein Bestseller sein wird.

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