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Porsche Transaxle-Modelle: Endlich getrennt!

| Autor: Steffen Dominsky

Über viele Jahrzehnte hinweg Porsche-Motoren fast immer eines: luftgekühlt, eine Einheit mit dem Getriebe und hinter dem Fahrer positioniert. Doch dann vor 40 Jahren kam die Revolution.

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Vor 40 Jahren erblickte mit dem 924 der erste Porsche mit Tansaxle-Antrieb das Licht der Welt.
Vor 40 Jahren erblickte mit dem 924 der erste Porsche mit Tansaxle-Antrieb das Licht der Welt.
(Foto: Dominsky)

„Saublöd“, um es einmal auf gut Deutsch zu sagen: So stand das Haus Porsche anno 1975 da. Denn eigentlich wollte man zusammen mit Volkswagen an einem Strang ziehen. Schließlich gehörte man nicht nur derselben Familie an, man hatte mit dem VW-Porsche 914 auch erstmals ein gemeinsames Projekt verwirklicht – wenn auch aus Porsche-Sicht nicht ganz optimal. Genau dieses Projekt neu zu interpretieren war 1970 Aufgabe der Zuffenhausener gewesen. Dann, fünf Jahre später – der Entwicklungauftrag EA 425 war beinah abgeschlossen – zog der Wolfsburger Konzern plötzlich den Stecker. Oder besser gesagt: Der VW-Vorstandsvorsitzende Toni Schmücker zog den Auftrag zurück.

Ölkrise, Sonntagsfahrverbot, Benzinpreiserhöhungen: Das Volk wollte sparsame und vernünftige Autos und keine Sportwagen, so zumindest die Sichtweise der VW-Oberen. „Zum Wegschmeißen zu schade“ konstatierten die Porsche-Verantwortlichen jedoch beim Anblick des fast serienreifen EA 425. Nicht nur, dass ein solcher Wagen analog dem 914 bzw. 914-6 prinzipiell gut ins Portfolio passte: Er glich optisch und zum Teil auch technisch dem als 911er-Erben angedachten Porsche 928. Ergo erwarb Porsche die Rechte an der Konstruktion und vermarktete das gute Stück selbst.

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Beide Modelle, der 1976 vorgestellte 924 und der ein Jahr später präsentierte 928, verfügten über Eigenschaften und Konstruktionsmerkmale, die einmalig für den Stuttgarter Hersteller waren. Das Auffälligste: Erstmals trennte man bei Porsche die Einheit Motor-Getriebe, platzierte den Motor vor dem Fahrer und kühlte ihn zu allem Überfluss auch noch mit Wasser anstatt Luft. Das Getriebe hingegen hatten die Porsche-Entwickler dahin verbannt, wo sonst der Motor saß: ins Heck des Wagens – die sogenannte Transaxle-Bauweise. Über ein Rohr, in dem die Antriebswelle rotiert, sind beide miteinander verbunden. Von dieser Bauweise profitiert die Gewichtsverteilung und damit das Fahrverhalten.

Das Image vom Hausfrauenporsche

„Gerade der 928 mit seiner Mehrlenkerachse überzeugte mit seiner neutralen und gutmütigen Art“, erinnert sich Günter Steckkönig. Zusammen mit Hans Clausecker bewies der Rennfahrer und Porsche-Testpilot dies einst unter Rennbedingungen: Die beiden starteten ab 1983 mit einem 928 beim Veedol-Langstreckenpokal am Nürburgring. „Obwohl wir aufgrund des großen V8 immer einen Tankstopp mehr einlegen mussten als andere, hatten wir Ende dennoch mehrmals die Nase vorne“, schildert der 80-Jährige beim Presseevent zu „40 Jahre Transaxle“ fast schon schelmisch.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group