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Porsche will E-Fuels selbst entwickeln

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Unter der Ägide von Herbert Diess setzt der Volkswagen-Konzern fast alles auf die Elektro-Karte. Nun schert Porsche ein Stück weit aus: Die Zuffenhausener wollen die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe vorantreiben.

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Synthetische Kraftstoffe sind im Idealfall klimaneutral. Porsche will sie deshalb selbst entwickeln.
Synthetische Kraftstoffe sind im Idealfall klimaneutral. Porsche will sie deshalb selbst entwickeln.
(Bild: Porsche)

Porsche will die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe – sogenannter E-Fuels – künftig selbst maßgeblich vorantreiben. Die Technologie sei vor allem deshalb so wichtig, weil der Verbrennungsmotor die Autowelt noch viele Jahre dominieren werde, sagte Entwicklungsvorstand Michael Steiner der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn man die Bestandsflotte perspektivisch nachhaltig betreiben will, dann sind E-Fuels ein elementarer Bestandteil“, betonte er.

„Wir haben ein Team, das nach geeigneten Partnern sucht, die mit uns Pilotanlagen bauen und den Nachweis führen wollen, dass die gesamte Prozesskette funktioniert und industrialisierbar ist“, sagte Steiner. Man wolle diese Kette mitgestalten, sie aber auch nicht bis ins kleinste Detail allein definieren.

E-Fuels werden mit Hilfe von regenerativer Energie aus CO2 und Wasserstoff hergestellt. Sie unterscheiden sich in ihren Grundeigenschaften nicht von Kerosin, Diesel oder Benzin aus Erdöl. Im Idealfall sind sie aber ein klimaneutraler Treibstoff.

Entwicklung auch für den Motorsport

Zwar hat Porsche mit dem Taycan ein erstes rein elektrisch angetriebenes Modell im Programm, plant weitere und verkauft zudem viele Fahrzeuge inzwischen als Hybrid-Variante. Allerdings reiche das nicht. „Die Elektromobilität ist eine absolut begeisternde und überzeugende Technologie. Aber für sich allein genommen bringt sie uns in Richtung Nachhaltigkeit weniger schnell voran, als wir vorankommen wollen“, sagte Steiner. „Deshalb engagieren wir uns zusätzlich beim Thema E-Fuels – auch im Hinblick auf etwaige Einsatzmöglichkeiten im Motorsport.“

Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess hatte zuletzt erklärt, er halte die Elektromobilität für die einzig richtige Alternative für Pkw. Im Motorsport, konkret in der Formel 1, hatte er sich allerdings ebenfalls für den Einsatz synthetischer Kraftstoffe stark gemacht.

2025 will Porsche die Hälfte aller Fahrzeuge mit E-Antrieb verkaufen. Die Bestandsflotte ist aber groß. „Unsere Autos werden sehr, sehr lange gefahren“, sagte Steiner. Und auch die Hybrid-Fahrzeuge würden zwar auf kurzen Strecken elektrisch, auf langen aber eben auch von einem Verbrenner angetrieben.

Daran, den reinen Verbrennungsmotor aus dem Programm zu nehmen und nur noch auf Hybride und Elektroautos zu setzen, denkt Porsche im Gegensatz zu anderen Herstellern ohnehin nicht. „Wir sind überzeugt, dass diese drei Antriebstechnologien mittelfristig am Markt bestehen“, sagte Steiner. Die Brennstoffzelle ist dagegen kein Thema für die VW-Tochter.

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