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Positive Erfahrungen mit E-Highway in Schleswig-Holstein

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Die Versuchsphase mit elektrisch betriebenen Lkw liefert in Schleswig-Holstein gute Ergebnisse. Nach vier Monaten zogen die Verantwortlichen eine erste positive Zwischenbilanz. Mittelfristig sei ein wirtschaftlicher Betrieb zu erreichen.

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Der E-Highway auf der A1 bei Lübeck liefert in der Versuchsphase positive Ergebnisse.
Der E-Highway auf der A1 bei Lübeck liefert in der Versuchsphase positive Ergebnisse.
(Bild: E-Highway SH)

Seit vier Monaten läuft der Testbetrieb auf dem E-Highway zwischen Reinfeld und Lübeck. Auch wenn eine betriebswirtschaftliche Bewertung noch nicht möglich sei, seien die Projektbeteiligten mit der technischen Funktion der Anlage und des ersten eingesetzten Oberleitungs-Lkw sehr zufrieden, sagte ein Sprecher des Schleswig-Holsteinischen Verkehrsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Eine Zwischenbilanz auf der hessischen Teststrecke auf der A5 bei Darmstadt war vor kurzem deutlich ernüchternder ausgefallen.

Seit Januar pendelt ein Hybridlaster der Reinfelder Spedition Bode mehrmals täglich zwischen Reinfeld und dem Lübecker Hafen. Dabei versorgt eine Oberleitung auf der A1 das Fahrzeug mit Strom. Weitere Testfahrzeuge sollen voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 geliefert werden. Während der ersten Probefahrten habe es noch Verbesserungsbedarf gegeben, doch diese Probleme zwischen der Anlage und der Fahrzeugtechnik seien inzwischen behoben, sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP).

„Abläufe zur Anlagensicherung funktionieren bisher reibungslos“

Der Stromabnehmer am Lkw fährt automatisch aus und dockt an die stromführenden Fahrdrähte an, wenn sich das Fahrzeug unter der Oberleitung befindet. Dann signalisiert eine grüne Kontrollleuchte am Armaturenbrett, dass die Zugmaschine jetzt mit E-Antrieb fährt und zugleich die Batterien aufgeladen werden. Steht keine Oberleitung zur Verfügung, kann der Lkw entweder mit Strom aus der Batterie oder mit seinem herkömmlichen Dieselmotor fahren.

Anfangs geäußerte Befürchtungen, die Oberleitungen könnten Rettungseinsätze behindern, hätten sich bislang nicht bestätigt, sagte die Pressesprecherin des Forschungs- und Entwicklungszentrums der Fachhochschule Kiel, Elisabeth Niehaus. Das Zentrum ist für die technische und wissenschaftliche Begleitung der Teststrecke zuständig. „Mitte Januar ist auf der Strecke ein Auto liegen geblieben und dabei hat sich gezeigt, dass die Abläufe zur Anlagensicherung reibungslos funktionieren“, sagte sie.

Die Teststrecke ist Teil eines Feldversuchs des Bundesumweltministeriums. Dabei soll unter realistischen Bedingungen erprobt werden, ob die Oberleitungstechnik für den Güterfernverkehr in Deutschland taugt. Bundesweit gibt es noch zwei weitere Teststrecken. Neben dem Abschnitt auf der A5 ist eine dritte Strecke auf einer Landstraße in Baden-Württemberg geplant.

Eine Studie des Freiburger Instituts für Energie- und Umweltforschung (Ifeu) unterstützt den Feldversuch des Bundes. Danach könnten Oberleitungs-Lkw schon 2030 wirtschaftlich attraktiv sein, wenn der Staat eine entsprechende Infrastruktur aufbaute. Dadurch würde auch die CO2-Vermeidung für Speditionen deutlich günstiger als der Umstieg auf synthetische Kraftstoffe, heißt es in der Studie.

„Diese Aussagen lassen uns noch optimistischer auf unseren eigenen Feldversuch blicken, mit dem wir ja die Möglichkeiten des emissionsfreien Güterverkehrs evaluieren möchten“, sagte Niehaus. „Da die Oberleitungsanlage auf der A1 allerdings erst seit wenigen Monaten in Betrieb ist, möchten wir jetzt noch keine Bewertung über Forschungsfragen abgeben“, sagte sie.

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