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Positiver Gebrauchtwagenmarkt mit Gefahren

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Statistisch zeigt sich das Geschäft mit den Gebrauchten sehr stabil. Doch hinter der steigenden Zahl an Besitzumschreibungen verbirgt sich ein Ertragsverfall.

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Der Gebrauchtwagenmarkt ist im ersten Halbjahr gewachsen, doch die Renditen verfallen.
Der Gebrauchtwagenmarkt ist im ersten Halbjahr gewachsen, doch die Renditen verfallen.
(Foto: Grimm)

Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland ist im Juni kräftig gewachsen. Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts (KBA) stieg die Zahl der Besitzumschreibungen auf knapp 577.000 Einheiten. Das ist ein Zuwachs von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit entwickelte sich der Gebrauchtwagenmarkt nominell besser als der Neuwagenmarkt, der im Juni um 2,9 Prozent zulegte.

Auch in der Gesamtjahresbetrachtung erweist sich der Gebrauchtwagenmarkt agiler als die Nachfrage nach fabrikneuen Pkw. Von Januar bis Juni bekamen 3,48 Millionen Pkw einen neuen Besitzer. Das ist ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2011. Die Zahl der Neuwagenzulassungen stieg dagegen nur um 0,7 Prozent auf 1,63 Millionen Einheiten.

Die positiven Werte sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, da sie nichts über die Renditeentwicklung aussagen. Vielmehr machen den Händlern die steigenden Rabatte im Neuwagenverkauf und eine wachsende Zahl an Eigenzulassungen zu schaffen, die auf die Verkaufspreise der Gebrauchten drücken. Für das Kfz-Gewerbe seien diese Fahrzeuge, die später als preiswerte „junge Gebrauchte“ in den Markt drängen, eine zusätzliche Herausforderung in einem sich verschärfenden Wettbewerb um die Kunden, heißt es dazu in einer Stellungnahme des ZDK. Auch der Gebrauchtwagenbewerter Schwacke hatte kürzlich auf sinkende Restwerte hingewiesen.

Im Plus bewegten sich im Juni die Besitzumschreibungen im Nutzfahrzeugbereich. Die Zahl der umgeschriebenen Lkw stieg sogar um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf knapp 24.000 Einheiten. Dennoch bleibt das Segment im ersten Halbjahr im Minus: 153.000 Umschreibungen bedeuten einen Rückgang um 2,6 Prozent.

Ebenfalls schwach blieb das Geschäft mit gebrauchten Motorrädern. Sie wechselten im Juni in 51.700 Fällen den Halter, ein Minus von 3,7 Prozent. In Relation zum Gesamtjahr ist das allerdings schon ein Erfolg: Von Januar bis Juni sanken die Motorradumschreibungen um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 274.000 Einheiten.

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