PR in der Corona-Krise: Mit Transparenz punkten

Autor / Redakteur: Harald Czycholl / Joachim von Maltzan

In der Corona-Krise ist eine gute Kommunikationsstrategie gefragt, um die Kunden bei der Stange zu halten. Schweigen ist in der aktuellen Situation alles andere als Gold. Wie Krisen-PR funktioniert und was sie von normaler PR-Arbeit unterscheidet.

Gerade in der Krise ist gute PR besonders wichtig, um das Vertrauen der Kunden zu behalten.
Gerade in der Krise ist gute PR besonders wichtig, um das Vertrauen der Kunden zu behalten.
(Bild: © Romolo Tavani- stock.adobe.com)

Der Marketingverantwortliche einer großen Autohausgruppe gibt sich zugeknöpft: „Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass ich keine Aussage zur aktuellen Situation tätigen darf. Tut mir leid“, schreibt er knapp. Eine Art Nachrichtensperre, offenbar von der Geschäftsführung angeordnet. Kommuniziert man so in einer Krisensituation, in die die Corona-Pandemie den deutschen Autohandel gestürzt hat? „In diesem Fall ist Schweigen alles andere als Gold“, findet Jochen Kalka, Geschäftsführer der Berliner PR-Agentur Schoesslers. In der aktuellen Situation gebe es nichts zu verschweigen. Schweigen könne sich als Instrument der Krisenkommunikation eignen, wenn man eine Straftat begangen habe. „Aber in diesem Fall sitzen doch alle im gleichen Boot“, sagt Kalka. „Wir haben alle Verständnis, wir wollen aber auch alle etwas tun – und wollen auch durchaus von neuen Autos träumen.“ Offene, ehrliche Kommunikation sei daher in der jetzigen Situation das Mittel der Wahl.

Wenn diejenigen, die eigentlich den Kurs vorgeben sollten, sprachlos sind und eine Schweigeorder ausgeben, spricht das für eine tiefe Verunsicherung und Ratlosigkeit – und das ist auch durchaus verständlich in einer Branche, die zunächst durch den Corona-Lockdown ihrer Geschäftsgrundlage beraubt war und auch nach der Wiedereröffnung der Autohäuser vor einer ungewissen Zukunft steht, zumal eine zweite Zwangsschließung alles andere als ausgeschlossen ist. Und was soll man schon sagen, wenn man selbst nicht weiß, wie es weitergehen soll? Doch mit guter, professioneller PR-Arbeit lässt sich auch in der aktuellen Situation punkten. Die wichtigsten Fragen zum Thema Krisen-PR.