Bundesprogramm „Ausbildungsplatz sichern“ Prämie für Betriebe wird verdoppelt

Autor Doris Pfaff

Um den angeschlagenen Ausbildungsmarkt zu unterstützen, verlängert die Bundesregierung ihr Programm „Ausbildungsplätze sichern“ auf das Ausbildungsjahr 2021/2022. Zudem wird die Ausbildungsprämie verdoppelt.

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Der Bund hat die Fördermittel für Betriebe, die trotz Pandemie weiter ausbilden, verdoppelt.
Der Bund hat die Fördermittel für Betriebe, die trotz Pandemie weiter ausbilden, verdoppelt.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Maßnahmen sollen zum 1. Juni 2021 in Kraft treten. Künftig können Ausbildungsbetriebe bis zu 6.000 Euro Prämie pro Ausbildungsplatz erhalten, wenn sie trotz coronabedingter wirtschaftlicher Probleme weiter ausbilden.

Außerdem will sich der Bund an der Finanzierung von Lehrgängen für Azubis beteiligen, die vor der Abschlussprüfung stehen. Für Betriebe, die Auszubildende aus insolventen Firmen übernehmen, sollen Extraprämien gezahlt werden.

Für die stützenden Maßnahmen sollen nach Angaben von Arbeitsminister Hubertus Heil insgesamt rund 700 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, in diesem Jahr allein 500 Millionen Euro. Ziel ist es, einen pandemiebedingten Ausfall von Fachkräften zu vermeiden.

Die Förderrichtlinien der Ausbildungsprämie sollen entsprechend angepasst werden:

  • Betriebe, die ihr Ausbildungsniveau halten, bekommen statt 2.000 Euro nun 4.000 Euro pro Auszubildendem.
  • Betriebe, die verstärkt ausbilden, erhalten für das nächste Ausbildungsjahr statt 3.000 Euro nun 6.000 Euro.
  • Um Kurzarbeit bei Azubis zu vermeiden, gibt es Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung und zur Ausbildervergütung.
  • Außerdem wird ein Lockdown-11-Sonderzuschuss (in Höhe von 1.000 Euro) für ausbildende Kleinstunternehmen eingeführt, wenn der Ausbildungsbetrieb im aktuellen Lockdown die Ausbildung fortsetzt, auch wenn die Geschäftstätigkeit nicht oder nur stark eingeschränkt möglich ist.
  • Wer Azubis aus insolventen Betrieben übernimmt, erhält 6.000 Euro Übernahmeprämie, ebenfalls doppelt so viel.

Die Anträge können Ausbildungsbetriebe bei den örtlichen Arbeitsagenturen beantragen. Informationen dazu bietet die Bundesagentur für Arbeit .

Mit der Zweiten Förderrichtlinie unterstützt das Bundesbildungsministeriums auch stärker die Auftrags- und Verbundausbildung.

  • Zur Unterstützung einer oder mehrerer aufgrund der Pandemiebelastung des Ausbildungsbetriebs kurzfristig notwendigen Auftrags- oder Verbundausbildungen wird nun ein Zuschuss in Höhe von 450 Euro pro Woche, maximal 8.100 Euro gewährt.
  • Antragsberechtigt ist ein Ausbildungsbetrieb mit bis zu 499 Mitarbeitenden oder – unabhängig von der Größe – der aufnehmende Betrieb oder ein Bildungsträger.
  • Die Mindestdauer der förderfähigen Auftrags- und Verbundausbildung beträgt nur noch vier Wochen.
  • Eine wiederholte Förderung bis zum Höchstbetrag ist möglich.

Auftrags- und Verbundausbildung bietet sich immer dort an, wo beispielsweise aufgrund von Kurzarbeit oder zeitlich befristeter Betriebsschließungen nicht alle Lehrinhalte abgedeckt werden können. Dann kann ein Bildungsträger oder ein anderes Unternehmen einen oder mehrere Teile der Ausbildung übernehmen.

Um Auszubildende noch stärker zu unterstützen, können Zuschüsse zu den Kosten für externe Prüfungsvorbereitungslehrgänge gewährt werden, wenn betroffene Betriebe solche zur Verfügung stellen: Betriebe erhalten dann einmalig 50 Prozent der Kosten für einen Vorbereitungslehrgang, maximal aber 500 Euro.

Das Bundesförderungsprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ startete im Sommer 2020 und wurde nun zum zweiten Mal überarbeitet.

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