Praxis-Tipp: Ölvermehrung beim Diesel

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Immer wieder stoßen Werkstätten bei der Fehlersuche mit konventionellen Methoden an Grenzen. Was oftmals weiterhilft, sind Messungen mit einem digitalen Speicheroszilloskop, wie das Beispiel eines Opel-2,0-Liter-BCDTI zeigt.

(Bild: kfz-betrieb)

Der Kunde kam mit dem Fahrzeug zu uns, weil seine Ölqualitätslampe aufleuchtete, obwohl er erst vor circa 1.000 Kilometern eine Wartung hatte durchführen lassen", berichtet Diagnose- und Motorenfachmann Burkard Wild (www.fdt-diagnose.de). Weiterhin beklagte der Fahrzeughalter einen Ölzuwachs von mehr als einen halben Liter. „Ölvermehrung“ kann, wie die meisten wissen, nur eine Ursache haben: übermäßigen Kraftstoffeintrag in den Motor und damit ins Öl. Nicht selten hat das Übel seine Ursache bei Dieselfahrzeugen in der Partikelfilterregeneration. Irgendetwas funktioniert hier nicht so, wie es soll.

„Also lasen wir erst einmal den Fehlerspeicher aus“, blickt Burkard Wild zurück. Dieser ergab jedoch keinen Hinweis auf einen Defekt eines Sensors; es handelte sich also wahrscheinlich nicht um eine „Falschmeldung“. Bei einer ersten Probefahrt beobachtete der Diagnosefachmann zunächst alle wichtigen Daten des Dieselpartikelfilters. Dabei fiel ihm auf, dass der Eigendiagnosewert des Differenzdrucksensors vollkommen unplausibel war (mehr dazu später) und dass das Motorsteuergerät nach kurzer Fahrzeit eine Regeneration einleitete. Da laut Istwerten die letzte Regeneration erst vor 100 Kilometern stattgefunden hatte, führte Wild, nachdem die Regeneration beendet war, eine Volllastbeschleunigung durch. Um korrekte Werte zu erhalten, hatte er eine Drucksonde eingebaut und die entsprechenden Werte mit einem digitalen Speicheroszilloskop aufgenommen. Bei Volllast ging der Druck vor dem Dieselpartikelfilter (DPF) auf knappe 600 Millibar (siehe Grafik 1 oben).