Preis für Werkstattstunde ist rückläufig

Kfz-Gewerbe NRW zieht positive Jahresbilanz

01.03.2010 | Autor: Christoph Baeuchle

Die Umweltprämie hat dem Kfz-Gewerbe in Nordrhein-Westfalen einen starken Schub gegeben, berichtete Verbandspräsident Ernst-Robert Nouvertné. Allerdings sinken die Stundensätze in den Werkstätten.
Die Umweltprämie hat dem Kfz-Gewerbe in Nordrhein-Westfalen einen starken Schub gegeben, berichtete Verbandspräsident Ernst-Robert Nouvertné. Allerdings sinken die Stundensätze in den Werkstätten.

Die Umweltprämie hat das Kfz-Gewerbe in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr stark angetrieben. „Der Umsatz mit Neufahrzeugen hat sich um 14,6 Prozent auf knapp 12 Milliarden Euro nach oben katapultiert“, sagte Ernst-Robert Nouvertné im Rahmen der ZDK-Jahrespressekonferenz am Montag in Düsseldorf. Die Bilanz 2009 in NRW weise 745.980 neu zugelassene Pkw aus, ein Plus von 26,7 Prozent.

Während der Neuwagenhandel mit Gebrauchtwagenverkäufen im vergangenen Jahr um 4,4 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro zugelegt hat, sind die Zahlen beim reinen Gebrauchtwagenhandel rückläufig. „Der reine Gebrauchtwagenhandel mit einem deutlichen Umsatzminus von 4,6 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zu den tatsächlichen Verlierern der Umweltprämie“, so Novuertné. Diese sogenannten „Fähnchenhändler“ hätten auch die Insolvenzzahl des Kfz-Handels nach oben getrieben.

Die Gründe für die unterschiedliche Entwicklung liefert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa): Nach einer aktuellen Zwischenbilanz sind von den bisher erfassten 1,3 Millionen mit Umweltprämie geförderten Fahrzeugen rund 70 Prozent Neufahrzeuge und 30 Prozent Jahreswagen.

Preispakete drücken Stundensatz

Der Serviceumsatz im bevölkerungsreichsten Bundesland erreichte rund 6 Milliarden Euro, ein kleines Plus im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings gingen die Preise für eine Werkstattstunde zurück. „Unsere Betriebe kommen nicht umhin, für alters- und zielgruppengerechte Fahrzeuge mit Paketpreisen in den Markt zu gehen.“ Dadurch habe sich der Stundenverrechnungssatz in NRW im Vergleich zum Jahr 2008 um 1,5 Prozent von 78,24 auf 76,34 Euro reduziert. Allerdings betonte Nouvertné, dass die Arbeit nur mit hoch qualifizierten Mitarbeitern bewerkstelligt werden könnten.

Insgesamt haben im vergangenen Jahr in den nordrhein-westfälischen Kfz-Betrieben rund 76.500 Beschäftigte in 9240 Kfz-Betriebsstätten gearbeitet. „Obwohl wir in NRW leider einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 1,3 Prozent bei den Beschäftigten haben, ist ein Zuwachs von 0,5 Prozent bei den Kfz-Betriebsstätten zu verzeichnen“, so Nouvertné. Im vergangenen Jahr haben 725 Betriebe aufgegeben, dem stehen allerdings 774 neue Eintragungen von Kfz-Betriebe in die Handwerksrolle gegenüber.

Rückläufige Ausbildungsleistung

Allerdings ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um knapp sechs Prozent rückläufig. Allerdings konnte der Ausbildungsberuf Kfz-Servicemechaniker einen Anstieg um 8,3 Prozent verzeichnen. „Die Betriebe nehmen scheinbar die Vorteile, die diese zweijährige Ausbildung beiden Seiten bietet, immer stärker in Anspruch“, konstatiert Nouvertné.

Mit der erfolgten Verlängerung der Ausbildungsordnung des Kfz-Servicemechanikers bis zum Jahre 2013 wurde der Staffelstab des Pilotprojektes Anfang dieses Jahres an die Bundesebene übergeben. Diese soll nun die Einbindung in die Ausbildungsmatrix der Kfz-Branche vorantreiben. „Der überwiegende Bedarf an Bewerbern wird nicht allein durch Realschüler, sondern auch durch Hauptschüler mit nicht so guten Schul- und Kopfnoten abgedeckt werden, so dass für diese der Beruf des Kfz-Servicemechanikers ideal ist“, so Nouvertné. Derzeit würden rund 40 Prozent der Kfz-Servicemechaniker vom Durchstieg zum Kfz-Mechatroniker gebrauch machen.

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