Premium-Einstieg: So klein, so unterschiedlich

Autor / Redakteur: Stefan Grundhoff / Andreas Wehner

Längst haben die Premiumhersteller erkannt, dass mit vergleichsweise kleinen Autos allerhand Geld zu verdienen ist. Die Ansätze und Umsetzungen gehen jedoch in verschiedene Richtungen.

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Zukunftsmusik: Der BMW i3 kommt 2013.
Zukunftsmusik: Der BMW i3 kommt 2013.
( Archiv: Vogel Business Media )

BMW kann sich freuen. Verkaufs- und Ertragszahlen der AG sind prächtig. Der Vierzylinder am Petuelring reckt sich strahlend wie selten zuvor in den Münchner Himmel. Die Verkäufe von BMW laufen mit 1,46 Millionen Fahrzeugen über allen Erwartungen und nicht zuletzt der kleine Markenableger Mini hat einen signifikanten Anteil am Erfolg der Bayern.

Auch wenn Mini derzeit nicht die gleichen Zuwachsraten wie BMW oder Rolls-Royce zu bieten hat, sieht es bei den Pseudo-Briten rosig aus. Während Audi mit dem A1 bisher gerade einmal eine dreitürige Modellversion auf den Markt gebracht hat, legt Mini nach guter Tradition jedes Jahr ein neues Modell nach. Nach dem erfolgreichen Start des SUV Countryman wird es mit dem Mini Coupé zum Herbst wieder sportlicher. Im kommenden Jahr gibt es mit der Einführung des Mini Roadster eine zweite offene Version neben dem Cabriolet.

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Mini plant pro Jahr mittlerweile eine Stückzahl von 300.000 Fahrzeugen. Das ist selbst im BMW-Markenmix ein Pfund. Auf dem Genfer Salon zeigte Mini die Mikrostudie des Rocketman. Die dürfte ebenfalls Realität als Mini-Mini werden.

Hier gibt es für Hauptkonkurrenten wie Audi und Mercedes trotz ebenfalls beeindruckender Geschäftszahlen deutlichen Nachholbedarf. Nachdem der in Brüssel produzierte Audi A1 im Herbst 2010 zunächst erfolgreich gestartet ist, sind viele deutsche Händler mit der Kundennachfrage seit dem Jahreswechsel nicht mehr zufrieden.

Deutschlandweit gibt es keinerlei Probleme ein A1-Bestandsfahrzeug zu bekommen. Städte wie München, Berlin, Stuttgart oder Frankfurt – Kopfschütteln gibt es bei der Anfrage nirgends. Die meisten größeren Händler können sofort einen A1 liefern und sogar bei den Rabatten sieht es für den Kunden rosiger als, als es bis Ende letzten Jahres zu befürchten gewesen wäre.

Audi bringt in Kürze A1-Derivate

Doch Audi wird beim A1 zeitnah nachlegen. Ende des Jahres dürfte die fünftürige Version des A1 Sportback folgen und für 2012 steht die Sportversion S1 und eine offene Version des Audi Einsers an. Auch der leicht vanartige Audi A2 steht noch in den Startlöchern. Noch in diesem Jahr legen die Ingolstädter zudem den kleinen Bruder von Q5 und Q7 nach. Der bei Seat in Martorell/Spanien produzierte kleine Crossover namens Audi Q3 soll dem BMW X1 hinterhereilen.

Dieser erfreut sich bei der Kundschaft einer großen Nachfrage und gräbt sogar beim Erfolgsmodell BMW 3er Touring mächtig am Unterbau. Noch zwei Jahre entfernt sind die ersten Modelle der Submarke BMW i. Die Modelle i3 und i8 mit Leichtbaukarosse, Kohlefasermodulen und neuen Dreizylinder-Motoren kommt erst ab 2013. Auf der IAA in diesem Herbst soll es einen ersten Ausblick auf den i3 geben.

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