Presse: Borgward startet zunächst in China

Autor: Andreas Wehner

Die wiederbelebte Automarke stellt auf der IAA ihr erstes Modell vor. Das SUV soll einem Bericht zufolge zunächst in China und dann in weiteren Wachstumsmärkten starten. Deutschland folgt erst später.

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Noch gut getarnt: Der Borgward SUV auf der Nordschleife. Bei der diesjährigen IAA soll er dem Publikum vorgestellt werden.
Noch gut getarnt: Der Borgward SUV auf der Nordschleife. Bei der diesjährigen IAA soll er dem Publikum vorgestellt werden.
(Foto: Borgward)

Borgward will sein neues SUV, das im September auf der Frankfurter IAA seine Weltpremiere feiert, zunächst in China auf den Markt bringen. Das berichtet die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“. Laut Borgward-Chef Ulrich Walker laufe die Produktion in China Ende 2015 im Werk in Peking an, schreibt das Magazin. Der Verkauf starte 2016, nach China folgten weitere Wachstumsmärkte wie Indien und Brasilien. Erst später solle der Marktstart in Europa und damit auch in Deutschland erfolgen.

Borgward hatte sein Comeback mit einem kompakten SUV als Konkurrenten beispielsweise des Audi Q5 angekündigt. Nach Informationen von „Auto Motor und Sport“ soll das Modell den 4,60 Meter langen Audi Q5 noch um knapp zehn Zentimeter überragen. Borgward wolle den Raum nutzen, um auch eine Version mit sieben Sitzen anzubieten.

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Borgward hatte erstmals auf dem Genfer Salon im Frühjahr von sich reden gemacht und war nicht zurückhaltend mit großen Ankündigungen. Nach dem 2016 startenden SUV würden in den folgenden Jahren jedes Jahr zwei bis drei weitere Modelle folgen, hieß es damals. Für 2020 hat das Unternehmen einen angepeilten Jahresabsatz von 800.000 Einheiten angekündigt. Fünf Jahre später sollen die Verkäufe auf das Doppelte angestiegen sein.

Geldgeber hinter Borgward ist der chinesische Nutzfahrzeughersteller Foton, der in Asien unter anderem zusammen mit Daimler Lkws baut. Das Unternehmen stellt zudem Pick-ups, Vans und SUV her und möchte in Zukunft auch auf dem Pkw-Markt Fuß fassen. Hauptsitz von Borgward ist Stuttgart – an derselben Adresse, an der auch Foton seine Dependance unterhält.

Borgward schrieb zwischen 1924 und 1961 ein Stück deutsche Automobilgeschichte mit. Das Unternehmen beschäftigte in seiner Blütezeit 23.000 Menschen und war in den 50er Jahren zeitweise der drittgrößte Autobauer in Deutschland. In der Nachkriegszeit wurden in den Bremer Werkshallen so legendäre Modelle wie der der Hansa 1500, der P100 und die Isabella gebaut. 1961 musste die Unternehmensgruppe – damals größter Arbeitgeber Bremens – nach öffentlich gewordenen finanziellen Schwierigkeiten Konkurs anmelden.

Nach eigenen Angaben seit 2005 arbeitet Christian Borgward, der Enkel des ursprünglichen Firmengründers Carl F. W. Borgward, mit seinem Partner Karlheinz Knöss am Comeback der Marke. Als Chefdesigner haben die beiden sich den früheren Saab-Designdirektor Einar Hareide ins Boot geholt. CEO der neu gegründeten Borgward Group AG ist inzwischen der frühere Smart-Chef Ulrich Walker.

Borgward auf der IAA: Halle 5.0, Stand B01

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Redakteur Newsdesk Automotive