Presse: VW plant Einstiegs-Elektroauto für weniger als 20.000 Euro

Autor / Redakteur: cs/dpa / Christoph Seyerlein

VW rechnet damit, enorme Stückzahlen seiner Elektro-Familie I.D. verkaufen zu können. Laut Konzernchef Diess haben die Wolfsburger „Batterien für 50 Millionen Elektroautos beschafft“. Die könnten auch in einem noch günstigeren Einstiegsmodell als bislang bekannt zum Einsatz kommen.

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Bislang ist bekannt, dass VW drei I.D.-Modelle bringen wird. Nun gibt es Gerüchte über ein zusätzliches Einstiegsauto.
Bislang ist bekannt, dass VW drei I.D.-Modelle bringen wird. Nun gibt es Gerüchte über ein zusätzliches Einstiegsauto.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

VW will nach dem Start seiner vollelektrischen I.D.-Modellfamilie zusätzlich einen E-Kleinwagen auf den Markt bringen. Dieser solle unter 20.000 Euro kosten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus gut informierten Kreisen. Auch die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte vergangene Woche über derartige Pläne berichtet und einen Startpreis von 18.000 Euro ins Spiel gebracht. Die Markteinführung des Modells soll demnach frühestens 2022 sein. Ziel sei es, stärker als bisher bekannt auf Elektrifizierung zu setzen. Volkswagen wollte dies zunächst nicht kommentieren.

Gegenüber dem Fachmagazin „Automotive News“ zeigte sich Volkswagen-Chef Herbert Diess aber definitiv selbstbewusst, schon bald der dominierende Elektroauto-Hersteller zu werden. „Wir werden über ein sehr starkes Produktportfolio bei Elektroautos verfügen“, sagte Diess. Die notwendigen Vorkehrungen dafür habe man in Wolfsburg getroffen: „Wir haben Batterien für 50 Millionen Elektroautos beschafft“, so der Volkswagen-CEO. Durch diese schiere Masse könne VW dann auch die Preise senken: „Wir werden günstiger sein als Tesla, und wir haben dann die großen Skaleneffekte“, erklärte Diess.

Diess hatte bereits in Vergangenheit mehrfach angekündigt, VW wolle dem Elektroauto-Pionier Tesla bei den günstigeren Stromern den Rang ablaufen. Ab 2019 soll die I.D.-Modellfamilie in Zwickau vom Band rollen. Bisher hatten die Wolfsburger angekündigt, dass die Preise für den I.D. Neo in etwa auf dem Niveau eines Golf mit Diesel-Antrieb beginnen werden. Aktuell kostet der günstigste Diesel-Golf laut VW-Konfigurator mindestens 23.875 Euro.

Der zunehmende Fokus auf die Elektrifizierung wird bei VW auch zu einer Neuausrichtung mehrerer Werke führen. Anfang November war bekannt geworden, dass Volkswagen gravierende Änderungen in Emden plant. Ein Sprecher des VW-Werks in Ostfriesland wollte unlängst ein Produktionsende des dort gebauten Passat-Modells zugunsten von Elektro-Autos zwar nicht bestätigen, meinte aber: „Das ist eine Option.“ Nach dpa-Informationen soll die Produktion der Passat-Limousine nach Osteuropa verlegt werden. Hintergrund ist die sinkende Nachfrage nach Limousinen. Dies trifft vor allem das Werk Emden und hat wiederholt zu Kurzarbeit geführt.

Stackmann: Passat bleibt wichtig

VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann sagte, dass keinesfalls geplant sei, die Produktion des Passat einzustellen, der auch künftig ein wichtiges Modell sei: „Im Gegenteil, wir möchten unsere Markenpräsenz in diesem Marktsegment weiter ausbauen.“ Ein Sprecher ergänzte, der Konzern überprüfe laufend die optimale Belegung und Auslastung der Standorte. Es gehe darum, eine tragfähige Zukunftsperspektive in Emden zu finden. Am Freitag tagt der Volkswagen-Aufsichtsrat, dann soll über die künftige Planung und über Investitionen entschieden werden.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte den Vorstand des Autoriesen schon im August aufgefordert, für die Auslastung des Werks in Emden zu sorgen. „Wenn der Trend in Richtung Elektromobilität gehen würde, dann brauchen wir natürlich auch ein Elektroauto in Emden“, sagte er damals und betonte: „Wir wollen nur, dass der 'Zukunftspakt' eingehalten wird – 290.000 Fahrzeuge im Jahr 2020.“

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