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Presse: Wayne Griffiths auf dem Sprung an die Seat-Spitze

| Autor: Andreas Grimm

Seit Jahresstart ist die Führungsspitze von Seat nur kommissarisch besetzt. Nun ist sich das Konzernmanagement wohl im Klaren, wie es weitergeht. Den Vorstandsvorsitz soll ein in Deutschland durchaus bekannter Manager übernehmen.

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Hier geht's lang: Wayne Griffiths wird laut einem Pressebericht neuer Seat-Boss.
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(Bild: Seat)

Personell ist in den obersten Führungsetagen des Volkswagenkonzerns viel in Bewegung, nur um eine vakante Position blieb es auffällig ruhig: die des Seat-Vorstandschefs. Nun ist laut einem Pressebericht eine naheliegende Entscheidung gefallen: Cupra-Boss und Vertriebsspezialist Wayne Griffiths soll die Spanier auf Erfolgskurs halten. Das berichtet das „Handelsblatt“ mit Verweis auf Konzernkreise.

Die Seat-Spitze ist seit dem Rückzug des Stabilisators der Marke, Luca de Meo, vom Vorstandsposten im Januar 2020 nicht besetzt, übergangsweise übernimmt Finanzchef Carsten Isensee seither die Chef-Aufgaben. Doch Isensee ist erst seit einem Jahr bei Seat und vom Werdegang her eher Zahlenmensch, denn automobiler Visionär. Zudem war er lange im für Seat noch unbedeutenden Markt China tätig. Zuletzt führte der 59-Jährige zwar souverän durch die Jahrespressekonferenz des Autobauers, doch auch da hatte Wayne Griffiths einen zentralen Part mit seinen Aussagen zur Positionierung von Cupra und der Zukunft von Seat.

Vor allem aber trägt Griffiths die Verantwortung für die Marke Cupra, die für Seat als Ertrags- und Imagebringer eine zentrale Rolle spielen soll. Sie hat sich in den zwei Jahren unter der Ägide von Griffiths sehr gut entwickelt, wohl besser als viele bei Seat und im Handel erwartet hatten. Ganz generell gilt Griffiths, der auch Vertriebsvorstand von Seat ist, als ausgewiesener Vertriebsspezialist.

Griffiths arbeitet seit 30 Jahren bei Volkswagen

Auch das passt zum Anforderungsprofil, denn nach der Corona-Depression geht es für die Spanier wieder darum, die Verkaufszahlen noch oben zu bringen, um die in den letzten De-Meo-Jahren erreichte Gewinnzone nicht wieder verlassen zu müssen. Im ersten Halbjahr schrieb Seat als Folge der weltweiten Einbrüche rote Zahlen.

Der 54-jährige Griffiths ist im Volkswagenkonzern gut vernetzt, er arbeitet seit 1989 für den Autobauer, damals zunächst für Audi in Ingolstadt. Auch bei Seat war er bereits früh, von 1991 bis 1993, bevor er zurück bei Audi in den Bereichen Vertrieb und Marketing aufstieg. Zuletzt war er in Ingolstadt Leiter des Deutschland-Vertriebs, bis er 2016 als Vertriebsvorstand in die Seat-Zentrale in Barcelona wechselte. Aus dieser Funktion heraus baute er in den letzten Jahren die Marke Cupra auf.

Inzwischen ist die Entwicklung so weit gediehen, dass aus der Submarke ein eigenständiges Fabrikat wird. Ablesbar ist die Entwicklung nicht nur an der Ankündigung des Seat-Interimschefs Isensee, Cupra werde in den Zulassungsstatistiken künftig separat ausgewiesen. Die Eigenständigkeit wird zunehmend auch baulich sichtbar, bei den Händlern ebenso wie in den Hersteller-Aktivitäten, etwa der Einweihung der Cupra Garage vor wenigen Tagen in Hamburg.

Zu ihrer Eröffnung sagte Griffiths in einer Pressemitteilung, sie sei „ein wichtiger Schritt auf dem Weg, die Marke zu einer globalen Größe zu machen”. Für sich selbst ist der Cupra-Chef wohl bereits auf diesem Weg. Inzwischen wieder zweistellig wachsende Absatzzahlen klingen auf jeden Fall wie ein ziemlich stichhaltiges Bewerbungsschreiben.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«