Privatkäufer laufen den Flottenkunden den Rang ab

Privatmarkt wächst nochmals leicht

| Autor: Andreas Grimm

(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Die private Nachfrage hat den Neuwagenmarkt im Mai trotz des Rückgangs um 5,8 Prozent am Laufen gehalten. Wie eine am Donnerstag vorgelegte Auswertung der Marktforschung Dataforce ergab, legte das Privatkundensegment entgegen der Gesamttendenz noch zu. Gleichzeitig sank die Zahl der Eigenzulassungen überproportional.

Den Angaben der Frankfurter Marktanalysten zufolge gingen gut 118.000 Neuwagen direkt in private Hände. Das waren 1.700 Einheiten mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres (+1,4 %). Damit setzt sich die Tendenz des bisherigen Jahres fort: Seit Jahresstart ist die private Nachfrage deutlich im Plus, im April hatte sie sogar um 20 Prozent zugelegt. Für die nähere Zukunft erwarten die Marktexperten in diesem Segment aber eine Abschwächung, weil durch das Auslaufen vieler Dieselprämien die Anreize zum Neukauf sinken.

Stark rückläufig ist dagegen das gewerbliche Geschäft. In diesem Segment brachen die Erstzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12 Prozent ein. Das war der höchste Rückgang seit dem April 2017. „Allein durch die fehlenden zwei Arbeitstage lässt sich das Minus nicht erklären“, konstatieren die Marktforscher. Ein weiterer Punkt ist statistischer Natur: Das Flottengeschäft im Mai 2017 war ungewöhnlich stark gewesen, so dass der Rückgang nun besonders deutlich ausfiel.

Ein dritter Grund ist einmal mehr die Diesel-Krise, denn im Firmenkundengeschäft hat der Dieselanteil nach Dataforce-Erkenntnissen erneut nachgegeben. „Möglicherweise macht sich nun, mit einem Abstand von gut zwei Monaten, die Verunsicherung durch das Dieselurteil bemerkbar“, heißt es dazu. Zahlreiche Fuhrparkleiter könnten ihre Bestellungen verschoben haben.

Mittelfristig erwarten die Experten einen robusten Flottenmarkt – wegen der guten Konjunktur und weil der steigende Fahrzeugbestand regelmäßige Ersatzinvestitionen erfordert. „Daher werden die Auswirkungen von Dieselskandal und WLTP-Einführung die Neuzulassungen in Flotten nur kurzfristig beeinträchtigen“, so die Einschätzung.

Uneinheitlich entwickelten sich im Mai die Eigen- und taktischen Zulassungen. Während die Hersteller und Importeure ein wenig mehr Pkw in den Markt brachten (+0,4 %), hielten sich die Händler auffällig zurück. Die Vertriebspartner meldeten noch 53.700 Einheiten an, das waren 10 Prozent weniger als im Mai 2017. Stark rückläufig war schließlich das Geschäft mit den Autovermietern. Sie brachten sogar 14,1 Prozent weniger Fahrzeuge auf die Straßen. Das war der stärkste Rückgang über alle Segmente hinweg.

Privatkunden decken sich mit Utilities ein

Dass es um das Firmen- und Flottenkundengeschäft nicht grundsätzlich schlecht steht, zeigt die Dataforce-Sonderauswertung zum Transportermarkt. Darunter verstehen die Analysten leichte Nutzfahrzeuge sowie Pkw-Utilities. Der Absatz dieser Fahrzeuge legte im Mai sogar um 3,1 Prozent zu. Dazu trug der Firmenkundenmarkt einen kleinen Teil bei – mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent.

Treiber der Entwicklung blieb aber auch im Transportermarkt der Privatmarkt. Dieser Kundenkreis sorgte für ein Zulassungsplus von 16,4 Prozent, während auch hier der Handel (-5,2 %) und die Vermieter (-6,2 %) Neuzulassungszurückhaltung übten. Die Hersteller und Importeure griffen dagegen verstärkt mit Eigenzulassungen ein, doch ist ihr Anteil am Gesamtmarkt derzeit recht gering.

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