Gebrauchtwagenmarkt Privatkunden springen auf Tageszulassungen an

Autor: Andreas Grimm

Im Handel mit Gebrauchten ist weiterhin Musik. Die Pkw-Besitzumschreibungen steigen, wenn auch das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht ist. Vermehrt wecken derzeit auch wieder die Händler- und Tageszulassung das Kaufinteresse.

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Tages- und Händlerzulassungen finden derzeit Anklang bei den Kunden und treiben ein Stück weit den Gebrauchtwagenmarkt.
Tages- und Händlerzulassungen finden derzeit Anklang bei den Kunden und treiben ein Stück weit den Gebrauchtwagenmarkt.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Der Gebrauchtwagenmarkt bleibt im Gefolge der Normalisierung des Wirtschaftslebens – zumindest im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – auf Wachstumskurs. Laut den Auswertungen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) fanden im vergangenen Monat 590.760 Pkw einen neuen Halter. Das waren 67,6 Prozent mehr als April 2020, als die Bekämpfung der Corona-Pandemie den Kfz-Handel wie die Zulassungsstellen lahmgelegt hatte.

Generell sei der starke Anstieg im direkten Monatsvergleich zum katastrophalen April-Wert des Vorjahres kein echter Gradmesser für eine Aufwärtsentwicklung, warnt denn auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Allerdings sei durchaus zu bemerken, dass sich Privatkunden „aktuell sehr stark auf dem Gebrauchtwagenmarkt bedienen“, sagte ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. Händler- und Tageszulassungen würden wieder vermehrt in den Fokus rücken.

In den bisherigen vier Monaten des Jahres 2021 sind laut der KBA-Statistik 2,17 Millionen Pkw umgeschrieben worden. Das sind 8 Prozent mehr als gleichen Zeitraum des Vorjahres. In den ersten vier Monaten des Jahres 2019 hatten sich die Pkw-Umschreibungen aber noch auf 2,42 Millionen Einheiten summiert. Peckruhns Aussage, dass „von Jubelstimmung im Autohandel keine Rede sein kann“, trifft also auch auf den Gebrauchtwagenhandel zu.

Positiver sieht es dagegen aus, wenn man in die Nebensegmente des Gebrauchtwagenmarktes blickt: Gebrauchte Nutzfahrzeuge sind weiterhin stark gefragt. Zwar stieg die Kurve der Umschreibungen bei den Lkw im April (auf 36.200 Einheiten / +56,2 %) weniger steil an als bei den Pkw (+67,6 %), doch im bisherigen Jahresverlauf haben damit bereits 147.000 Fahrzeuge den Halter gewechselt (+20,7 %).

Gebrauchte Motorräder sind weiter gefragt

Ähnlich ist das Bild bei den Zugmaschinen. Für dieses Segment vermerkt das KBA 13.000 Halterwechsel. Das sind 43,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtverlauf dieses Jahres summieren sich die Ummeldungen auf 51.700 Einheiten (+28,6 %). Nichts regt sich dagegen im Bus-Segment: 380 Umschreibungen im April (-13 %) und 1.630 im Gesamtjahr (-21,1 %) spiegeln die zum Erliegen gekommene Bus-Reisetätigkeit wieder.

Als Ausfluss der steigenden Beliebtheit der individuellen Mobilität steigen auch die Umschreibungen der Krafträder weiter an. 62.000 Halterwechsel allein im April (+29,2 %) führen in der Gesamtschau zu einem Plus von 32,2 Prozent auf 175.700 Einheiten in diesem Jahr.

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«