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Privatmarkt hält 2018 Neuwagengeschäft auf Kurs

Autor: Andreas Grimm

Der Neuwagenmarkt glich im vergangenen Jahr einer Berg- und Talfahrt. In der Endabrechnung wird deutlich, dass vor allem die Privatkunden einen stärkeren Rückgang der Zulassungszahlen verhinderten. Dennoch stiegen die Händlerzulassungen leicht an.

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(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der leichte Rückgang des Neuwagenmarkts im Gesamtjahr 2018 geht trotz der WLTP-Problematik nicht auf das Konto des Privatmarkts. Das Absatzvolumen dieses Distributionskanals hat laut den Zahlen der Marktforschung Dataforce trotz der Bestell- und Lieferverzögerungen im zweiten Halbjahr insgesamt noch leicht zugelegt, während das Gewerbekundengeschäft leichte Einbußen erlitt. Innerhalb der Eigen- und der Vermieterzulassungen gab es zudem leichte Verschiebungen.

Mit 1,25 Millionen Erstzulassungen nahmen die Privatkunden im vergangenen Jahr 2,0 Prozent mehr Neuwagen ab als 2017. Der Marktanteil des Privatkundensegments erreichte damit im zurückliegenden Gesamtjahr 36,4 Prozent – nach 35,6 Prozent im Jahr 2017. Allerdings weist die Zulassungskurve in diesem Segment seit September anhaltend zweistellig nach unten.

Unter dem Einbruch der Zulassungszahlen in den letzten vier Monaten hatte auch das Gewerbekundengeschäft zu leiden. Insgesamt nahmen die Firmen- und Flottenkunden noch 818.859 Neuwagen ab. Das waren 3,2 Prozent weniger als im Gesamtjahr 2017. Dahinter verbirgt sich immer noch eines der besten Resultate für diesen Vertriebskanal. Er hatte schließlich im Jahr 2017 zum dritten Mal in Folge ein Allzeithoch erreicht. Der Rückgang kommt daher wenig überraschend.

Nimmt man die drei Sonderkanäle Hersteller- und Händlerzulassungen sowie die Autovermieter zusammen, wurden über diese Wege 1.367.908 Einheiten in den Verkehr gebracht. Das waren 0,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, was genau dem Rückgang des Gesamtmarktes entspricht. Dabei haben sich insbesondere die Hersteller und Importeure zurückgehalten. Sie ließen 4 Prozent weniger Neufahrzeuge auf ihren Namen zu.

Der Fahrzeughandel weitete dagegen seine Eigenzulassungstätigkeit leicht um 0,6 Prozent aus. Dies mag unter anderem schon dem hohen Anteil an Eigenzulassungen geschuldet sein, die der Handel kurz vor dem Stichtag der WLTP-Umstellung tätigen musste. Deutlich stärker aktiv wurden die Autovermieter im Gesamtjahr 2018. Sie sorgten mit knapp 376.000 Zulassungen für einen Anstieg um 1,7 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017.

Hinter der mittelfristigen Entwicklung für das laufende Jahr stehen nun einige Fragezeichen. Zunächst dürfte sich die Neuwagenkonjunktur erholen, sobald die Hersteller alle WLTP-Zertifizierungen abgeschlossen und sich die Lieferzeiten normalisiert haben. Das könnte vor allem dem Privat- und Gewerbekundenmarkt nochmals einen Schub geben. Dem stehen allerdings wachsende Konjunkturrisiken gegenüber sowie mögliche neue Verwerfungen durch den immer wahrscheinlicher werdenden ungeordneten Austritt Großbritanniens aus der EU.

Doch selbst wenn derartige Schocks ausbleiben, wird der Neuwagenmarkt angesichts des nun drei Jahre anhaltenden hohen Niveaus im Jahr 2019 wohl nicht zulegen. „Unterm Strich wäre ein Neuwagenabsatz auf dem Niveau des Vorjahres schon ein guter Erfolg – mehr wird angesichts der konjunkturellen Lage nicht drin sein“, erwartet Peter Fuß, Autoanalyst der Wirtschaftsberatung EY.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«