Mercedes-Benz Sprinter Probleme mit der Heckbeleuchtung und Strombrandgefahr

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Jakob Schreiner

Wegen insgesamt drei Rückrufen holt der Hersteller verschiedene Baureihen des Transporters in die Partnerwerkstätten. Die Probleme können mit einem Softwareupdate, einem Kabelbinder oder einer neuen Sicherungen behoben werden.

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Vom größten Rückruf sind weltweit rund 45.000 Sprinter der Baureihe 910 betroffen.
Vom größten Rückruf sind weltweit rund 45.000 Sprinter der Baureihe 910 betroffen.
(Bild: Daimler)

Für den Mercedes Sprinter gibt es gleich mehrere neue Rückrufaktionen. Die größte betrifft nach unseren Informationen weltweit rund 45.000 Einheiten der Baureihe 910 mit manuellem Schaltgetriebe. Sie stammen aus dem Produktionszeitraum März 2018 bis November 2020. Es bestehe möglicherweise ein Problem mit der Gangerkennungsfunktion im Getriebe, erklärte eine Konzernsprecherin auf Anfrage. „In der Folge könnte das Rückwärtsganglicht zeitweise bis zum nächsten Zündungswechsel bzw. zum nächsten Motorstart ohne Funktion sein“, sagte sie. Das nötige Softwareupdate im Rahmen der Maßnahme mit dem Kürzel „VS3GANGSEN“ werde weniger als eine Stunde in Anspruch nehmen.

Gleiches gilt für die Durchführungsdauer des Rückrufs „VS3HERLEIT“, der ebenfalls unerwünschte Effekte an der Heckbeleuchtung zu beseitigen versucht. Hier muss die Verlegung des elektrischen Leitungssatzes zwischen Bremslichtschalter und Betätigungshebel des Bremspedals korrigiert werden. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) geschieht dies mittels eines zusätzlichen Kabelbinders. Die Behörde weist die Aktion für 8.218 Einheiten aus, davon 2.314 in Deutschland.

Bei den Baureihen 907 und 910 aus dem Produktionszeitraum April 2018 bis April 2020 könnte ohne diesen Eingriff der Leitungssatz verklemmen und das Bremslicht dauerhaft leuchten. Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe droht noch eine andere Gefahr. Durch den fehlinterpretierten Status der Bremsbetätigung könnte es zu einem Motorstart mittels Start-Stopp-Funktion kommen, „wodurch sich das Fahrzeug im Falle einer eingelegten Fahrstufe unerwartet in Bewegung setzen könnte“, so die Sprecherin.

Serienänderung löst Rückruf aus

Auslöser des dritten Rückrufs ist eine Serienänderung der Sicherungsstärke (von 60 Ampere auf jetzt 40) für die elektrische Luftfederung, die nicht in der Kunden- und Serviceliteratur vermerkt wurde. Bei einer Reparatur sei dadurch unter Umständen eine falsche Sicherungsstärke durch das Werkstattpersonal oder auch durch den Kunden selbst verwendet worden. Das KBA warnt daher vor „erhöhtem Stromfluss und damit erhöhter Schmorbrandgefahr“ bei 1.231 Fahrzeugen, wovon 554 hierzulande gemeldet sind.

Die Aktion „VS3SILUF“ ist für Transporter der Baureihe 907 aus dem Produktionszeitraum von März 2018 bis Dezember 2019 vorgesehen. Die Vertragsbetriebe prüfen die aktuell verbaute Sicherungsstärke und tauschen sie bei Bedarf aus. Zusätzlich werde, wenn nötig, das Sicherungsbelegungsheft ausgetauscht. „Der vorgesehene Werkstattaufenthalt für die Durchführung der Maßnahme wird voraussichtlich bis zu zweieinhalb Stunden in Anspruch nehmen“, kündigte die Sprecherin an.

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 Niko Ganzer

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Freier Journalist