Probleme mit WLTP kosten Volkswagen eine Milliarde Euro

Wolfsburger haben großen Rückstand bei der Umstellung

| Autor: Christoph Seyerlein

Kaum ein Hersteller hat mit der WLTP-Umstellung derart zu kämpfen wie VW.
Kaum ein Hersteller hat mit der WLTP-Umstellung derart zu kämpfen wie VW. (Bild: VW)

Die Schwierigkeiten mit der Umstellung auf das WLTP-Prüfverfahren gehen für Volkswagen ins Geld. Hatte sich der Hersteller vergangene Woche bei seiner Halbjahres-Pressekonferenz noch geziert, eine konkrete Zahl zu nennen, legte Finanzvorstand Frank Witter in einer Telefonkonferenz mit Analysten nun die Karten auf den Tisch: eine Milliarde Euro werde Volkswagen das Schlamassel insgesamt kosten. Zuerst hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet. Eine Gewinnwarnung will der Autobauer aber offenbar nicht aussprechen.

Etwas entspannter ist die Lage dem Vernehmen nach bei der Konkurrenz. Bei Daimler rechnen Experten beispielsweise mit Belastungen in niedriger dreistelliger Millionenhöhe, BMW erwartet nach eigenen Angaben kaum Probleme. Konzernchef Harald Krüger hatte bei der Präsentation der Halbjahreszahlen der Münchner gesagt, dass bei BMW die Umstellungen fast aller Modelle bereits erfolgt sei.

Bei VW ist man sich durchaus bewusst, dass man bei der WLTP-Thematik gegenüber der Konkurrenz im Rückstand liegt. Volkswagen-Chef Herbert Diess hatte vergangene Woche betont, die Ingenieure würden auf Hochtouren arbeiten, „um die Risiken zu begrenzen und die Engpässe schnell zu überwinden.“ Allerdings haben die Wolfsburger auch immer noch mit den Nachfolgen der Diesel-Affäre zu kämpfen, die Mitarbeiter seien aufgrund der zahlreichen Herausforderungen teilweise überlastet. Ein Betroffener sprach gegenüber dem „Handelsblatt“ sogar von einem „Ausnahmezustand“ in der technischen Entwicklung.

Die Umstellung auf den neuen Abgas-Standard sorgt aktuell bei zahlreichen Fabrikaten dazu, dass nur ein eingeschränktes Modellangebot verfügbar ist. Bindend wird die WLTP-Norm ab dem 1. September. Mancher Hersteller greift bereits zu Sondermaßnahmen, um die Versorgung der Händler und damit letztlich auch der Kunden mit Autos zu gewährleisten. So hat Audi beispielsweise einen Werkspool mit Lagerwagen installiert, um zumindest eine gewisse Verfügbarkeit garantieren zu können.

Werkspool soll Audi-Händlern über WLTP-Engpässe hinweghelfen

Werkspool soll Audi-Händlern über WLTP-Engpässe hinweghelfen

03.08.18 - Audi hat am Freitag robuste Halbjahreszahlen präsentiert, rechnet in den kommenden Monaten aber unter anderem wegen der Umstellung auf WLTP mit Schwierigkeiten. Um eine gewisse Verfügbarkeit von Modellen im Handel zu gewährleisten, hat sich der Hersteller etwas überlegt. lesen

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45437645 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Virtuelles Autohaus: Probefahrten in 3D

Virtuelles Autohaus: Probefahrten in 3D

Die Hessengarage hat in einem Hanauer Einkaufszentrum einen Virtual Reality Store eröffnet: Die Besucher können dort spielerisch in die Ford-Modellwelt eintauchen. Das neue Projekt ist für die Emil-Frey-Gruppe weit mehr als ein Imageträger. lesen

Autohaus-Peter-Gruppe: Unsere Marke heißt Peter

Autohaus-Peter-Gruppe: Unsere Marke heißt Peter

Andreas und Helmut Peter investieren weiterhin in vorhandene und neue Standorte. Die beiden Geschäftsführer der Mehrmarkengruppe sind davon überzeugt, dass es für den Unternehmenserfolg der Zukunft mehr braucht als nur digitale Kompetenz. lesen