Prognose 2019: ZDK erwartet 3,43 Millionen Neuzulassungen

Gebrauchtwagenmarkt schrumpft weiter, Servicegeschäft bleibt stabil

| Autor: Wolfgang Michel

Wagte eine erste Prognose für den Geschäftsverlauf 2019: ZDK-Präsident Jürgen Karpinski
Wagte eine erste Prognose für den Geschäftsverlauf 2019: ZDK-Präsident Jürgen Karpinski (Bild: Michel / »kfz-betrieb«)

Der ZDK erwartet für das Autojahr 2019 einen Absatz auf dem Niveau des laufenden Jahres. Konkret prognostizierte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski während eines Pressegesprächs auf Einladung von Fuchs Schmierstoffe am Freitag in Mannheim rund 3,43 Millionen Pkw-Neuzulassungen. Eine Voraussetzung für das Eintreffen der Prognose sei allerdings, dass es nicht wieder zu Verwerfungen wie in diesem Jahr im Zuge der WLTP-Umstellungen kommt.

Allerdings dürfte sich der Absatz an gewerbliche und private Kunden unterschiedlich entwickeln. „Aus heutiger Sicht wird der Privatmarkt 2019 nicht in dem Umfang wie in diesem Jahr von den Umtauschprämien profitieren, da deren Laufzeiten zum Teil zeitlich begrenzt sind. Obwohl die wirtschaftlichen Bedingungen weiterhin gut sind, ist mit einem Rückgang der privaten Neuzulassungen um etwa drei Prozent auf zirka 1,23 Millionen Pkw zu rechnen“, sagte Karpinski. Bei den gewerblichen Zulassungen geht der Verband im kommenden Jahr von einer Entwicklung auf dem Niveau des laufenden Jahres aus.

Einen leichten Rückgang von etwa einem Prozent dürfte es bei den Neuzulassungen der Fahrzeughersteller und des Handels geben, da sich der WLTP-Zulassungsdruck nicht wiederholen wird. Die Flottenbetreiber können hingegen mit der Lieferung der gewünschten Fahrzeugmodelle rechnen. „Somit dürfte sich in diesem Segment ein Nachholeffekt einstellen. Daher ist im gewerblichen Neufahrzeugmarkt mit rund 2,2 Millionen Einheiten zu rechnen“, prognostiziert Karpinski.

Für gewerbliche und private Kunden gleichermaßen gelte für das kommende Jahr, dass die Zahl der neuen Pkw mit alternativen Antrieben wahrscheinlich einen Anteil zwischen sechs und sieben Prozent an den gesamten Neuzulassungen haben werde. Für reine E-Autos sieht er in den nächsten Jahren keinen überproportionalen Zuwachs. Der ZDK erwartet derzeit, dass der Pkw-Bestand an reinen Elektroautos in Deutschland bis 2025 in Deutschland auf etwa 4,5 Prozent ansteigt. Das wären dann etwa 2 Millionen Einheiten.

Leichter Rückgang bei Gebrauchtwagen, stabiles Servicegeschäft

Auswirkungen der Dieselkrise erwartet Karpinski im kommenden Jahr vor allem für das Gebrauchtwagengeschäft. Er rechnet mit einem leichten Rückgang der Besitzumschreibungen auf 7,2 bis 7,3 Millionen Pkw. „Die regionalen Umtauschprämien sowie andere, zeitlich teilweise aber begrenzte Wechselprämien dürften den Gebrauchtwagenmarkt nicht allzu sehr belasten. Ein vergleichbarer Aufschwung der Besitzumschreibungen wie im vierten Quartal 2018 wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wiederholen.“

In Service prognostiziert der ZDK für 2019 eine Werkstattauslastung von durchschnittlich 86 Prozent. Dieses Ergebnis wird ebenso für das laufende Jahr erwartet. „Wir gehen für 2019 von einem weiteren starken Werkstattjahr aus. Das Servicejahr könnte noch besser werden, wenn die Hardware-Nachrüstung für ältere Dieselfahrzeuge endlich durch eine Verordnung geregelt würde“, sagte Karpinski.

In diesem Zusammenhang forderte der ZDK-Präsident erneut eine bundesweit einheitliche Regelung für die Hardwarenachrüstung. Die Zusage deutscher Automobilhersteller, die Hardware-Nachrüstung von Euro-5-Dieselfahrzeugen finanziell zu unterstützen, sei ein richtiges und längst überfälliges Signal. Allerdings greife sie zu kurz und komme zu spät.

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