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Prognose 2019: ZDK erwartet 3,43 Millionen Neuzulassungen

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Mit Zulassungseinbrüchen von 33,7 Prozent im September kehrte sich die bis August positive Entwicklung im Privatmarkt zuletzt um. Verantwortlich dafür ist für den ZDK die WLTP-Umstellung. Die ausgelobten Umtauschprämien der Automobilhersteller sind insbesondere bei den Privatkunden echte Wachstumstreiber, gleichzeitig sorgt die WLTP-Umstellung samt der damit verbundenen Lieferengpässe für ein schwindendes Wachstum bis zum Jahresende. Trotzdem erwartet der Verband für dieses Jahr im Privatmarkt einen Zuwachs von etwa 3,7 Prozent auf rund 1,27 Millionen Pkw-Neuzulassungen. Auch die gewerblichen Neuzulassungen lagen bis zum Herbst über dem Vorjahresniveau.

Doch sowohl das Flottengeschäft als auch die Zulassungen der Autovermieter litten unter den Lieferverzögerungen der WLTP-zertifizierten Fahrzeugmodelle. Die Neuzulassungen der Fahrzeughersteller und des Handels seien hingegen aufgrund des Zulassungszwangs für nicht WLTP-zertifizierte Fahrzeuge zum 1. September signifikant angestiegen. In der Folge werde sich das Zulassungsniveau im gewerblichen Bereich in diesem Jahr mit rund 2,2 Millionen Einheiten in etwa auf Vorjahresniveau einpendeln, heißt es in der aktuellen Prognose.

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„Für das Jahr 2018 gehen wir von rund 3,47 Millionen Pkw-Neuzulassungen aus. Damit landen wir im Korridor von 3,4 bis 3,5 Millionen Einheiten, den wir vor einem Jahr beim ZDK/Fuchs-Pressegespräch an dieser Stelle prognostiziert hatten“, bilanzierte Karpinski. Einen kleinen Anteil hat daran die höhere Nachfrage der alternativen Antriebe. Sie legten von Januar bis Oktober 2018 um 52,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Besonders kräftig ist die Entwicklung der mit Gas betriebenen Pkw (+134,3 %), gefolgt von den Hybriden (+57,3 %) und den batterieelektrischen Pkw (+50,2 %). Insgesamt dürfte der Anteil der alternativen Antriebe an den Neuzulassungen in diesem Jahr erstmalig mehr als fünf Prozent betragen.

Dieselumrüstung: Rechtssicherheit schaffen

Ganz anderes stellt sich die Situation rund um den Diesel dar. Karpinski verwies erneut auf die Dieselproblematik mitsamt den „nach wie vor völlig verunsicherten Dieselfahrern“. Eine Lösung für die freiwillige Nachrüstung sei dringend nötig, da die Kunden in den Autohäusern täglich nachfragen, die Serviceberater einen enormen Beratungsbedarf erbringen, aber keine zufriedenstellende Lösung präsentierten können. „Unsere Verkäufer sind stinksauer, weil sie kein Geld verdienen“, sagte der ZDK-Präsident. Dabei gäbe es durchaus Kunden, die bereit wären, sich an den Nachrüstkosten zu beteiligen.

So hätte Volkswagen beispielsweise den Passat vor Jahren mit und ohne SCR Kat angeboten. Autofahrer die damals auf ein solches SCR-System verzichteten, hätten rund 1.200 Euro gespart. Dieses Geld könnten die Kunden jetzt in die Nachrüstung einbringen. „Selbstverständliche müsste die handwerkliche Arbeit der Betriebe beispielsweise über einen Fonds finanziert werden“, sagte Karpinski.

Für ihn ist die zögerliche Haltung der Hersteller auch deswegen unverständlich, „weil nach unseren Schätzungen für rund 1,3 Millionen der im Bestand befindlichen Euro-5-Dieselfahrzeuge wesentlichen Hardware-Teile (SCR-Katalysator, Adblue-Tank, beheizbare Leitung, Pumpe, Filter) aus den Regalen der Fahrzeughersteller nutzbar wären“. Und in Richtung Politik sagte er: „Wer sein älteres Dieselfahrzeug mit Hardware freiwillig sauberer machen will, sollte dafür auf eine rechtssichere Regelung zurückgreifen können und von Fahrverboten verschont bleiben.“

Nur mit diesen Maßnahmen würden Dieselfahrzeuge wieder werthaltig und die betroffenen kleinen und mittelständischen Autohäuser aus einer ausweglosen Situation befreit. Verkehrsminister Andreas Scheuer forderte er auf, die angekündigte Nachrüstregelung zeitnah auf den Weg zu bringen. Außerdem sollte er das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) animieren, die Allgemeinen Betriebserlaubnisse für bereits in der Erprobung befindliche Nachrüstsysteme qualifizierter Anbieter wie Baumot und HJS zügig zu erteilen.

Schließlich stünden bei den Händlern derzeit über 350.000 Euro-5-Fahrzeuge auf den Höfen, täglich kämen neue hinzu. Wenn man der Branche diese Last nicht endlich abnehme, treibe die derzeitige Situation gerade kleinere und mittlere Familienbetriebene an den Rand des Ruins.

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Über den Autor

 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«