Suchen

Prognose: Horror-Einbruch des Flottenmarkts bleibt aus

| Autor: Andreas Grimm

Nach dem Corona-Lockdown deuteten die Zulassungszahlen auf einen heftigen Einbruch der gewerblichen Zulassungen hin. Dieses Szenario ist vom Tisch, doch die Langfristprognose bleibt wenig erfreulich. Ein neuer Trend zeichnet sich im Fuhrparkmanagement allerdings ab.

Firmen zum Thema

Der Bedarf an Firmenfahrzeugen wird deutlich sinken, die Prognosen waren aber bereits deutlich düsterer.
Der Bedarf an Firmenfahrzeugen wird deutlich sinken, die Prognosen waren aber bereits deutlich düsterer.
(Bild: BMW)

Der Flottenmarkt in Deutschland wird laut einer aktuellen Prognose der Marktbeobachter von Dataforce im laufenden Jahr nicht so stark in die Knie gehen wie ursprünglich befürchtet. Gemäß einer aktualisierten Fassung der Prognose werden im laufenden Jahr noch 680.000 Pkw von gewerblichen Abnehmern zugelassen werden. Vor Corona hatte Dataforce noch etwa 850.000 Flottenzulassungen für dieses Jahr erwartet.

Nach dem Lockdown waren die Szenarien von einem Rückgang des Flottenmarkts auf unter 500.000 Einheiten ausgegangen – als Folge ausbleibender Geschäfte wegen der Schließungen, verschobener Investitionen, ausgefallener Geschäftsreisen und der einsetzenden Rezession(-sangst). Nun sorgen jedoch die eingeleiteten Maßnahmen der Hersteller und der Politik für bessere Aussichten: „Frühe Lockerungen, stärkere Nachholeffekte und Sonderrabatte werden den weiteren Rückgang an Firmenwagenzulassungen bremsen“, erwarten die Marktbeobachter.

Dataforce erwartet nun vor allem noch bis September eine gewisse Erholung. Viele Fahrzeuge, die zum Jahreswechsel 2019/2020 bestellt wurden, würden nun – mit etwas Verspätung durch Produktionsausfälle und unterbrochene Prozesse – an die Kunden ausgeliefert. Diese Normalisierung werde jedoch nicht von langer Dauer sein. Die volle Wirkung des Lockdowns werde erst nach Auslaufen der Sondereffekte richtig sichtbar. Auch Stornierungen schlagen sich in der Regel erst drei bis sechs Monate verzögert in Neuzulassungsstatistik nieder, mahnen die Analysten.

Corona eröffnet Chancen für Auto-Abos

Der Höchststand des Flottenmarkts vom Vorjahr mit 938.000 Einheiten dürfte nun auf längere Sicht ein Rekordwert bleiben, da die wirtschaftliche Unsicherheit auch die Fuhrpark-Manager zurückhaltend agieren lässt. Bis zu 40 Prozent der Unternehmen hatten Fahrzeugbestellungen ausgesetzt. Dazu kommt ein höherer Kostendruck, „der mittelfristig in einigen Fällen sogar zu einer Verkleinerung der Flotte führen wird“, heißt es in der Prognose.

Langfristig fällt eine Prognose der Zulassungszahlen schwer, räumt die Marktforschung ein. Unklar sei etwa, welche Auswirkungen die Pandemie auf das Mobilitätsverhalten haben wird. Zwar werden in den nächsten Quartalen eher weniger Personen zur Arbeit pendeln als bisher.

Anderseits ist auch der Stellenwert des eigenen Autos gestiegen. Gerade in den Wintermonaten wird das für vollere Straßen sorgen. Solche Gegensätze könnten aber den Trend zu flexibleren Nutzungskonzepten verstärken. „Ob das am Ende Poolfahrzeuge, mehr Langzeitmiete oder mehr Carsharing bzw. Mietwagen sind, muss jeder Fuhrparkbetreiber individuell abwägen“. Die Auto-Abos scheinen aber bei den Fuhrparkverantwortlichen gut anzukommen: Künftig wollen 42 Prozent dieses Angebot nutzen, aktuell sind es laut einer Dataforce-Erhebung gerade mal fünf Prozent.

(ID:46717099)

Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«