Prüftechnik: Welle oder Schwelle?

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Ottmar Holz

Der europäische Dachverband der Werkstattausrüster (EGEA) hat ein neues Prüfverfahren für Fahrwerke bei der Hauptuntersuchung vorgestellt. Das bringt frischen Wind in eine seit 40 Jahren festgefahrene Diskussion.

Das Phase-Shift-Verfahren betrachtet die Radlaständerung in Abhängigkeit von der genauen Stellung der Schwingungserregungsplatte.
Das Phase-Shift-Verfahren betrachtet die Radlaständerung in Abhängigkeit von der genauen Stellung der Schwingungserregungsplatte.
(Bild: ASA-Verband)

Beleuchtung, Bremsen, Abgasen und zunehmend auch den Assistenzsystemen fühlt der Prüfer (aaSoP) bei der Hauptuntersuchung in Deutschland mit ausgeklügelter Technik auf den Zahn. Anders beim Fahrwerk: Da muss seit Jahrzehnten ein schneller Blick und ein bisschen Rütteln genügen. Seit fast 50 Jahren scheitert die Einführung einer maschinellen Prüfung von Stoßdämpfern und Co.

Dieser Zustand ist für die Überwacher und Werkstätten wenig zufriedenstellend, denn bei der HU kann der Prüfer (aaSoP) nur glasklare Mängel wie Federbrüche oder abtropfendes Stoßdämpferöl beanstanden. Werkstätten können ihre Kunden nur schwer von der Notwendigkeit frischer Stoßdämpfer überzeugen, wenn der Prüfstand des Automobilclubs um die Ecke sich vom falschen Reifenluftdruck oder Niederquerschnittsreifen täuschen lässt und gute Dämpfung bescheinigt.