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PSA-Absatz: Neuer Rekord mit Schwächen

| Autor: Christoph Baeuchle

Ein Plus von mehr als 38 Prozent auf knapp 2,2 Millionen Einheiten vermeldet die PSA-Gruppe für das erste Halbjahr 2018. Das ist imposant. Doch ein genauerer Blick auf die Absatzzahlen ist dringend nötig.

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(Foto: PSA)

Im ersten Halbjahr hat die PSA-Gruppe ihren Wachstumskurs fortgesetzt und Marktanteile gewonnen. Weltweit legten die Absatzzahlen der französischen Marken Peugeot, Citroën und DS Automobiles sowie Opel um 38,1 Prozent auf knapp 2,2 Millionen Pkws und leichte Nutzfahrzeuge zu. Ohne Opel fiel das Wachstum mit 8,4 Prozent weit weniger dynamisch aus.

Vor allem in Europa, wo die PSA-Kernmarken mit 1,12 Millionen Fahrzeugen fast 90.000 Einheiten mehr verkauften als im Vorjahreszeitraum, hofft der französische Hersteller auf weitere Zuwächse. Detaillierte Prognosen über die Entwicklung des Gesamtmarktes und der PSA-Marken seien derzeit schwierig, sagte PSA-Europachef Maxime Picat zu »kfz-betrieb«. Er gehe davon aus, dass die PSA-Marken ihr Wachstum im zweiten Halbjahr „Monat für Monat fortsetzen“.

Doch die gute Bilanz der ersten sechs Monate zeigt auch Schwächen. Bei Europas zweitgrößtem Hersteller nimmt die Abhängigkeit vom Heimatmarkt weiter zu. Allerdings zeigte sich Picat bei der derzeitigen Situation in vielen Märkten, in denen große Unsicherheit herrscht, nicht traurig darüber.

Rund 70 Prozent ihrer Fahrzeuge verkaufen Peugeot, Citroën und DS in Europa. Tendenz steigend. Nachdem der Hersteller sich dem Druck aus dem USA beugt und die Aktivitäten im Iran auf Eis legen will, steigt die Abhängigkeit von Europa weiter. Zuletzt hat der Erfolg im Iran zur positiven Entwicklung von Peugeot wesentlich beigetragen, sodass am Jahresende 2018 ein rückläufiges Absatzergebnis bei der Löwenmarke stehen könnte.

Bereits im ersten Halbjahr brachen hier die Peugeot-Absatzzahlen um ein Viertel auf knapp 186.000 Einheiten ein. Dabei beschleunigte sich die Entwicklung deutlich. Im Juni verkaufte die Löwenmarke im Iran noch 8.000 Fahrzeuge, 80 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor.

Peugeot durchwachsen, Citroën gut

Auch ein genauerer Blick auf die Entwicklung der einzelnen Modelle lohnt sich. Ein starkes Wachstum zeigten die PSA-Marken vor allem bei den leichten Nutzfahrzeugen (+8,3 %). Dagegen war der Pkw-Absatz (+0,9 %) nahezu auf Vorjahresniveau.

Bei Peugeot stand mit gut einer Million verkaufter Fahrzeuge am Halbjahresende gar ein Minus von 1,9 Prozent. Positiv entwickelten sich vor allem die Geländewagen: 3008 (+ 37 % auf 144.000 Einheiten) und 5008 (+169 % auf 59.000 Einheiten). Dagegen ist der in die Jahre gekommene Topseller 208 (-8 % auf 158.000 Einheiten) deutlich rückläufig.

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Besser entwickelt sich Citroën: In den ersten sechs Monaten legte die Marke mit dem Doppelwinkel um 8,7 Prozent auf knapp 573.000 Einheiten zu. Neben den leichten Nutzfahrzeugen haben vor allem die beiden neu eingeführten SUVs C3 Aircross (64.000 Einheiten) und C5 Aircross (13.000 Einheiten). Während Dauerläufer Berlingo (+6,4 % auf 91.000 Einheiten) mit einer positiven Entwicklung durchs Halbjahr kam, musste der C3 (-3,6 % auf 129.000 Einheiten) Federn lassen.

Bleibt die PSA-Premiummarke DS Automobiles: Nach Jahren des Rückgangs verbucht die Marke mit einem Zuwachs von 14 Prozent auf 32.000 Fahrzeuge immerhin ein leichtes Plus. Entscheidend ist der Erfolg des DS7 Crossback (13.000 Einheiten), der zweiten Generation der DS-Modelle, der sich noch nicht absehen lässt. Alle anderen DS-Modelle waren im ersten Halbjahr im Minus.

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