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PSA gibt einen Blick in die Technik-Zukunft

Redakteur: Christoph Baeuchle

Bei der Höherpositionierung der PSA-Marken spielt die Technologie eine entscheidende Rolle. Nun hat der Autobauer einen Einblick in seine Pläne geboten.

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PSA-Führungsriege beim Innovationstag in Grevenbroich.
PSA-Führungsriege beim Innovationstag in Grevenbroich.
(Foto: PSA)

Mit diversen technologischen Neuheiten will der französische Autobauer PSA Peugeot Citroën die Höherpositionierung seiner Marken vorantreiben. Dabei fällt Deutschland eine besondere Rolle zu. „Der deutsche Markt ist der wichtigste Markt in Europa. Ihm fällt eine Schlüsselrolle in puncto Technologie zu“, sagte Gilles de Borgne, der bei PSA als Executive Vice President für Forschung und Entwicklung (F&E) verantwortlich ist, beim PSA-Innovationstag in Grevenbroich. „Wir glauben, dass Forschung und Innovation der Schlüssel zum Erfolg sind.“

Vor allem sollen die Innovationen auch dazu beitragen, die französischen Marken höher zu positionieren. Dies gilt nicht nur für Peugeot und die DS-Linie. Auch die C-Linie sollen keine Low-Cost-Fahrzeuge sein. „Wir wollen die C-Linie ebenfalls höher positionieren“, betont Citroën-Chef Frédéric Banzet. Die Linie sei schon immer ein Pionier gewesen.

Entsprechend hält der Autobauer trotz schwieriger Zeiten mit Werkschließungen und Stellenabbau an den Investitionen in die Zukunft fest. Im vergangenen Jahr hat der Konzern sein F&E-Budget mit knapp zwei Milliarden Euro konstant gehalten. Mit rund 1.350 Patentanmeldungen ist der Konzern nach eigenen Angaben Frankreichs eifrigster Erfinder.

Angesichts der großen Herausforderungen für die Automobilindustrie dürfte allerdings auch kaum ein Weg an den Investitionen vorbeiführen. Vor allem in drei Bereichen sieht le Borgne gravierende Herausforderungen: Neben neuer Kundenansprüche bezüglich Personalisierung, Konnektivität und Sicherheit sowie der Weiterentwicklung städtischer Mobilität ist dies vor allem die CO2-Reduzierung.

Einen wesentlichen Beitrag könnte dabei die Hybrid-Air-Technologie leisten. Mit dem auf Druckluft basierenden Hybridantrieb sieht der Autobauer die Möglichkeit, den städtischen Verbrauch um 45 Prozent zu reduzieren. Entsprechend würde der durchschnittliche Verbrauch eines Kleinwagens wie dem Citroën C3 oder dem Peugeot 208 auf 2,9 Liter sinken.

Dabei wird die bislang in Hybridantrieben genutzte Batterie durch Druckluft ersetzt. Bei jedem Bremsvorgang wird die Druckluft im Speicher komprimiert. Beschleunigt das Fahrzeug, dehnt sich die Luft aus. Dabei wird Öl in eine Pumpe gedrückt, die das Fahrzeug antreibt. Ohne Unterstützung des konventionellen Motors reicht dies für einige hundert Meter. Da jedoch der Druckluftspeicher schnell wieder gefüllt ist, kann er auch rasch wieder zum Einsatz kommen. Gerade im Stadtverkehr mit vielen Stopps kann der Hybrid-Air seine Stärken ausspielen.

Dabei halten sich die Mehrkosten in Grenzen. „Es ist eine sehr günstige Technologie, die in allen Fahrzeugklassen verbaut werden kann“, erläuterte Peugeot-Chef Maxim Picat. Die Mehrkosten für den Hybrid-Air würden in etwa den zusätzlichen Kosten für einen Dieselantrieb entsprechen.

Um die Investitionen möglichst gering zu halten, spricht PSA derzeit mit vielen anderen Automobilherstellern. „Wir stoßen auf großes Interesse“, betonte Picat. Bereits Ende 2016, spätestens Anfang 2017 soll die neue Technologie, an der der Autobauer 80 Patente hält, zum Einsatz kommen. Allerdings will sich der Peugeot-Chef noch nicht festlegen, in welchem Segment der Hybrid-Air auf den Markt kommt.

Neben dem Hybrid-Air zeigte der Autobauer noch weitere Innovationen:

  • die neue weltweite modulare Plattform von PSA Peugeot Citroën EMP2, die im laufenden Jahr eingeführt wurde
  • den Mild-Hybrid Hybrid Éco, dessen Einführung für 2017 geplant ist
  • die Technologie Blue-HDi, die zur Behandlung der Stickoxide (NOx) bei Dieselfahrzeugen zum Einsatz kommt
  • das elektrische Leichtfahrzeug VéLV für die Stadt
  • die Hybrid-Technikstudie HY-Dole mit Schwerpunkt auf Elektro-Antrieb.

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