Suchen

PSA und Renault besetzen Pariser Carsharing-Markt

| Autor: Andreas Grimm

Alternative Mobilität gilt unter Autobauern als Wachstumsmarkt der Zukunft. Immer stärker engagieren sie sich nun in entsprechenden Projekten. In der Millionenmetropole haben Renault und die PSA-Gruppe nun ein neues großes Erprobungsfeld gefunden.

Firmen zum Thema

Die Zahl der Carsharing-Angebote, die Automobilbauer auf den Weg bringen, wächst. Zudem werden sie in immer mehr Metropolen verfügbar.
Die Zahl der Carsharing-Angebote, die Automobilbauer auf den Weg bringen, wächst. Zudem werden sie in immer mehr Metropolen verfügbar.
(Bild: PSA)

Nach dem Ende des groß angelegten Carsharing-Angebots Autolib in Paris drängen die französischen Autobauer Renault und PSA in die Lücke. Renault will bis Ende 2019 insgesamt 2.000 Elektroautos in der Hauptstadt zum Laufen bringen. PSA hatte bereits am Dienstag gemeldet, dass der Konzern bis zum letzten Quartal dieses Jahres 500 Peugeot- und Citroën-Elektroautos zur Kurzzeitmiete auf die Pariser Straßen bringen will.

Renault nutzt für das emissionsfreie Mobilitätsprogramm die Kompaktlimousine Zoe, den Cityflitzer Twizy für zwei Personen sowie die Transporter Kangoo Z.E. und Master Z.E. Das Angebot ist dabei mehrstufig aufgebaut:

  • Über den Mobilitätsservice Marcel können Nutzer im Großraum Paris ein Fahrzeug mit Chauffeur rund um die Uhr ordern oder reservieren.
  • Ein Car-Sharing-Angebot mit Elektrofahrzeugen, die rund um die Uhr im gesamten Stadtgebiet zur Verfügung stehen.
  • Ein Fahrzeugpool von Elektroautos, die ebenfalls rund um die Uhr an festen Mietstationen für längere Fahrten gebucht werden können.

PSA sieht seinen Einstieg in das Carsharing in der französischen Metropole als Teil des im April 2016 vorgestellten Strategieplans „Push to Pass“. Man wolle damit die PSA-Gruppe als „bevorzugten Mobilitätsdienstleister etablieren“, heißt es vom Autobauer. Das Pariser Angebot läuft unter dem Label „Free2Move“, mit dem der Autobauer bereits in zehn Ländern mit 65.000 Autos vertreten ist. Allein in Madrid spricht das Angebot „Emov“ 180.000 Nutzer an.

Für PSA ist das Mobilitätsangebot für Paris ein weiterer Schritt ist ein Beispiel dafür, „ein Hauptakteur auf dem Markt für nachhaltige Mobilität zu werden“. Beide neuen Pariser Mobilitätsangebote zeigen letztlich, wie klassische Autohersteller sich um den Aufbau neuer Geschäftsmodelle bemühen. Daimler mit Car-2-Go und BMW mit Drive Now sind in diesem Geschäftsbereich schon lange tätig. Auch VW hat jüngst angekündigt ein reines Elektro-Carsharing ab 2020 in europäischen, nordamerikanischen und asiatischen Metropolen anzubieten.

Vor zwei Wochen war das Ende des Pariser Elektroauto-Carsharings Autolib' mit seinen rund 4.000 Fahrzeugen besiegelt worden. Hintergrund war ein Streit zwischen dem Betreiber Bolloré und den beteiligten Kommunen – es ging darum, wer die hohen Verluste des Angebotes trägt, das 2011 als Vorzeigeprojekt gegen Luftverschmutzung und Verkehrschaos gestartet war. Autolib' stellt seinen Betrieb zum Ende dieses Monats ein.

(ID:45384409)

Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«