„Puls“: Lange Lieferzeiten verprellen Autokäufer

Redakteur: Gerd Steiler

Wegen überlanger Lieferzeiten erwägt laut einer aktuellen „Puls“-Umfrage fast jeder dritte Autokäufer den Wechsel von Marke oder Modell.

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Der unerwartete Boom im deutschen Automarkt führt dazu, dass Autokäufer derzeit im Durchschnitt knapp vier Monate auf Ihr Wunschfahrzeug warten müssen. Diese lange Wartezeit veranlasst fast jeden dritten Autokäufer (27 Prozent) dazu, auf eine andere Marke oder ein anderes Fahrzeugmodell umzusteigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Nürnberger Marktforschung „Puls“ unter deutschen 1.000 Autokäufern.

Bei Käufern deutscher Volumenmarken liegt der Anteil derer, die aufgrund langer Lieferzeiten vom ursprünglich anvisierten Fahrzeug abrücken sogar bei 36 Prozent. Vom Kauf deutscher Premiummarken lassen sich der Umfrage zufolge dagegen „nur“ 16 Prozent der Interessenten abbringen.

Chance für „aktive Mobilitätsangebote“

Im Einzelnen ziehen aufgrund der langen Lieferzeiten 16 Prozent der Autokunden den Kauf einer anderen Marke in Betracht, 12 Prozent den Kauf eines anderen Fahrzeugmodells. Laut Puls-Geschäftsführer Konrad Weßner sollten Automobilhersteller und Händler der damit verbundenen Abwanderungsgefahr von etwa jedem dritten Autokäufer „aktiv entgegenwirken“.

„Automobilverkäufer sollten die Not der langen Lieferzeiten als Chance nutzen, aktiv Mobilitätsangebote zu unterbreiten. Die Überbrückung von Lieferzeiten ist für den Automobilhandel eine einzigartige Chance, sich im Hinterkopf der Kunden wirksam als Mobilitätsdienstleister zu platzieren“, so Weßner. Als Beispiel nennt der Autoexperte „Angebote zur Kurzzeitmiete von Fahrzeugen“. Bei Autokäufern sorgten solch unbürokratischen Mobilitätsangebote für positive Mundpropaganda.

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