Prognose PwC erwartet ruppigen Start ins Autojahr 2021

Autor: Andreas Grimm

Die Folgen der Corona-Pandemie und des zweiten Lockdowns werden die Wirtschaft und damit das Neuwagengeschäft mindestens im ersten Halbjahr 2021 bremsen. Für das Gesamtjahr erwartet PwC daher nur einen leichten Anstieg der Neuzulassungen.

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Das Neuwagengeschäft wird 2021 nicht unbedingt leichter. Vor allem im ersten Halbjahr wird es holprig laufen, erwartet die Marktforschung PWC.
Das Neuwagengeschäft wird 2021 nicht unbedingt leichter. Vor allem im ersten Halbjahr wird es holprig laufen, erwartet die Marktforschung PWC.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Das Pandemie-Jahr 2020 wird auf dem Pkw-Weltmarkt mit einem Rückgang der den Neuzulassungen von rund 17 Prozent zu Ende gehen. Vorausgesetzt, die Lage spitzt sich nicht weiter zu, erwarten die Marktbeobachter von Pricewaterhouse Coopers (PwC) für 2021 natürlich steigende Zulassungszahlen. Einen echten Boom erwarten sie allerdings noch nicht – speziell nicht in Deutschland.

Derzeit erwarten die deutschen Branchenverbände VDA, VDIK und ZDK ein Zulassungsplus in Deutschland von bis zu 9 Prozent. Der Herstellerverband VDA ist dabei besonders optimistisch (+9 %), der ZDK geht eher von einem Zulassungsplus von 5 Prozent auf 3,0 bis 3,1 Millionen Erstzulassungen aus. Diese zurückhaltende Position stützt nun auch die PwC-Analyse.

5 Prozent Wachstum für den deutschen Markt

Für 2021 erwartet PwC-Experte Christoph Stürmer für den deutschen Markt ein Wachstum um nur 5 Prozent von 2,8 Millionen auf knapp unter 3,0 Millionen Pkw-Neuzulassungen. Aus seiner Sicht werden die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie länger anhalten, als es bislang einberechnet wird. Die erste Jahreshälfte werde für die Branche „eher ruppig verlaufen“, vermutet er.

„Wie hart der Jahresbeginn wird, hängt nicht zuletzt von der Härte des Lockdowns und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab“, verdeutlichte er. Dazu kommt die Gefahr, dass 2021 die Zahl der Insolvenzen und in der Folge die Arbeitslosigkeit steige. Beides wirke sich dann unmittelbar auf die Automobilnachfrage aus.

Trend zum E-Auto bleibt

Ähnliches gilt für Europa. Auf dem gesamten Kontinent inklusive Großbritannien werde sich der Neuwagenabsatz um 6,0 Prozent auf rund 12,5 Millionen neue Pkw erholten. Auf dem Weltmarkt erwartet PwC insbesondere wegen der starken Nachfrage in China eine Erholung um 13,5 Prozent, was aber immer noch 3 Prozent unter dem Wert von 2019 liegt.

PwC sieht trotzdem positive Entwicklungen. Der Wachstumstrend im Segment E-Fahrzeuge bleibe nahezu ungebrochen. Für Europa ging die ursprüngliche Prognose für 2020 von etwa 7,2 Millionen verkauften E-Fahrzeugen aus. Derzeit sind es rund 6,8 Millionen Einheiten. „Die neuesten Modelle scheinen bei den Verbrauchern gut anzukommen. Die hohe Nachfrage hat dann weitere selbstverstärkende Effekte“, sagte Felix Kuhnert, Global Automotive Leader bei PwC Deutschland zum überproportionalen Wachstum der E-Fahrzeuge.

Aus seiner Sicht wird das Jahr 2020 langfristig zum Katalysator für die Branche, die Transformationsgeschwindigkeit weiter zu erhöhen. Die Verschärfung der Klimaziele für 2030 zum Jahresende fordere die Industrie und den gesamten Mobilitätssektor derzeit zusätzlich.

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«