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Qoros: Crashtest im dritten Quartal

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andree Stachowski

Der Autobauer aus China bereitet sich detailliert, aber ohne Eile auf den europäischen Markt vor. Ein Meilenstein ist der Crashtest, von dem sich Designchef Volker Steinwascher fünf NCAP-Punkte verspricht.

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(Foto: Qoros)

Der chinesisch-israelische Autobauer Qoros hat eine neue Hürde auf dem Weg nach Europa ins Visier genommen. Im Gespräch mit der „Wirtschaftswoche“, sagte Designchef Volker Steinwascher, er rechne mit erfolgreichen Crashtestes für den Qoros 3 noch im laufenden Jahr. Auf Basis der internen Tests sei die Bestnote von fünf NCAP-Sternen zu erwarten.

Der frühere VW-Manager sieht keine Gefahr, dass die Qoros-Einführung in Europa an europäischen Sicherheitsnormen scheitern wird. Extrem schlechte Wertungen hatten etwa der Brilliance BS 4 und der Familienvan Landwind CV9 eingefahren.

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Damit bekräftigte Steinwascher indirekt das Festhalten am Markteintritt des Herstellers in Europa. Zu genaueren Terminen äußerte sich der Designchef nicht. Auf dem Genfer Salon hatte Cristiano Carlutti, Direktor Vertrieb und Marketing Europa und Naher Osten, im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« allerdings bereits angedeutet, dass eine intensive Marktbearbeitung in Deutschland nicht vor 2015 zu erwarten sei.

Ein wichtiges Verkaufsargument wird, wie für neue Wettbewerber üblich, der Preis sein. Der in Genf erstmals gezeigte Qoros 3 Sedan, werde rund 17.500 Euro kosten, sagte Steinwascher der „Wirtschaftswoche“. Damit würde das Auto von der Größe eines VW Passat etwa so viel kosten wie ein VW Golf, dessen aktuelle Generation ab 16.975 Euro erhältlich ist. Die Serienproduktion soll im zweiten Halbjahr anlaufen.

Um die Preise schlagkräftig zu halten, setzt Qoros auf eine schlanke Produktion. „Unser Fixkostenblock ist nicht einmal halb so groß wie der von etablierten Herstellern“, sagte Steinwascher dem Wirtschaftsmagazin. Ein Qoros-Auto könne in rund 20 Stunden gebaut werden.

Angesichts der zunehmenden Segmentierung der Fahrzeugmodelle will Qoros nach dem Marktstart in schneller Folge zusätzliche Modelle auf den Markt bringen – die Rede ist von etwa sechs Monaten Abstand. Laut Steinwascher sind fünf Modelle bereits beschlossen, darunter ein Geländewagen mit Hybridantrieb. Selbst eine Elektroversion sei denkbar.

Startet Qoros wie bisher verkündet in der zweiten Jahreshälfte 2013 in China den Verkauf, würde die bisher geplante Modellpalette damit Anfang 2016 komplett zur Verfügung stehen, wenn auch der deutsche Markt bedient werden soll. Um die Produktionspläne personell stemmen zu können, baut der Hersteller die Belegschaft aus. Von derzeit rund 1.000 Mitarbeitern soll sie bis Ende des Jahres auf über 2.000 Kräfte anwachsen.

Hinter Qoros stehen die beiden Unternehmen Chery Automobile und die Industrieholding Israel Corporation, die 2007 den Autobauer als gleichberechtigte Partner gegründet hatten. Am Hauptsitz in der chinesischen Stadt Changshu steht ein Produktionswerk für 150.000 Fahrzeuge. Schrittweise soll die Kapazität auf jährlich 450.000 Einheiten aufgestockt werden.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«