Qoros: Erste Gespräche zur Europa-Expansion

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Ziele weit verfehlt und trotzdem zufrieden: Der chinesische Autobauer Qoros kann die Erwartungen nicht erfüllen. Dennoch sieht Europachef Cristiano Carlutti das Unternehmen auf dem richtigen Kurs.

Cristiano Carlutti, Europa-Vertriebschef des chinesischen Automobilherstellers Qoros.
Cristiano Carlutti, Europa-Vertriebschef des chinesischen Automobilherstellers Qoros.
(Foto: Baeuchle)

Mit großen Zielen gestartet und mit kleinen Ergebnissen angekommen: Der chinesische Autobauer Qoros hat die Erwartungen im vergangenen Jahr nicht erfüllt. Doch von dem Rückschlag lässt sich der Newcomer nicht abschrecken: In den nächsten 12 bis 18 Monaten will Qoros im Nahen Osten starten, und Europa ist auch im Visier.

Allerdings nennt der chinesische Autobauer keinen Zeitplan mehr: „Wir haben noch keinen konkreten Termin festgelegt, sind aber in den ersten Vorbereitungen“, sagte Europa-Vertriebschef Cristiano Carlutti im Gespräch mit »kfz-betrieb«. „In Deutschland werden wir nicht als Einzelmarkt starten, sondern wir beginnen in mehreren Ländern gemeinsam.“

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Erste Erfahrungen sammelt der Autobauer bereits in Osteuropa. „Derzeit verkaufen wir mit Auto Palace Panonská in Bratislawa Fahrzeuge“, ergänzte Carlutti. „Im laufenden Jahr wollen wir weitere Standorte in größeren Städten eröffnen“. Rund 50 Einheiten verkaufte der Autobauer im vergangenen Jahr in der Slowakei. Mit dem Ausbau des Vertriebsnetzes soll auch der Absatz kräftig zulegen.

Die neue Qoros-Führungsspitze will die Expansion kräftig vorantreiben. Anfang Februar löste Ex-GM-Manager Phil Murtaugh den Firmenchef Guo Qian ab, Chen Anning kam für Volker Steinwascher.

Für Steinwaschers Ausscheiden waren wohl auch die schwachen Absatzzahlen verantwortlich. Im vergangenen Jahr verkaufte Qoros Medienberichten zufolge mit seinen 75 Händlern lediglich rund 7.000 Einheiten in China. Im laufenden Jahr will der Autobauer sein Händlernetz verdoppeln.

Aus Sicht von Cristiano Carlutti tritt das Unternehmen nun in eine neue Phase ein: „Wenn man dies bei der Entwicklung eines Menschen sieht, dann waren wir bislang ein Kind und kommen nun in die Pubertät.“ Auf den Autobauer Qoros warten also große Herausforderungen.

Ein ausführliches Interview mit Cristiano Carlutti erscheint in der »kfz-betrieb«-Ausgabe 14/2015 (Erscheinungstermin: 2. April.)

(ID:43249429)