Qoros kommt – aber später

Redakteur: Christoph Baeuchle

Mit Qoros will ein weiterer chinesischer Autobauer sein Glück auf dem europäischen Markt versuchen. Das dauert länger als ursprünglich geplant. In Genf wecken die Modelle dennoch großes Interesse.

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Publikumsmagnet auf dem Automobilsalon Genf: Qoros 3 Sedan.
Publikumsmagnet auf dem Automobilsalon Genf: Qoros 3 Sedan.
(Foto: Baeuchle)

Der chinesische Hersteller Qoros hält an seinen Plänen fest, seine Fahrzeuge künftig auch in Europa zu verkaufen. Allerdings lässt sich der Autobauer mit dem Markteintritt mehr Zeit: Im laufenden Jahr will Qoros seine ersten Fahrzeug auf dem Heimatmarkt verkaufen, in Deutschland ist lediglich ein Pilotprojekt geplant. Der Markteintritt erfolgt später: Er ist für 2014 und 2015 im Nahen Osten und Europa vorgesehen. „Die wesentlichen Schritte finden aber erst 2015 und 2016 statt“, sagte Cristiano Carlutti, Direktor Vertrieb und Marketing Europa und Naher Osten, im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«.

Auf dem Genfer Automobilsalon zeigt das Unternehmen seinen Qoros 3 Sedan sowie zwei Konzeptfahrzeuge und weckte damit unter den Besuchern großes Interesse. Qoros will seine potenziellen Kunden keineswegs mit Magerkost abspeisen, sondern geht in die Vollen: Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad sowie ein großer Farbbildschirm haben mit Verzicht nichts zu tun. Unter dem Blech finden sich Dinge wie Doppelkupplungsgetriebe und Turboaufladung. Spätere, noch in der Entwicklung befindliche Aggregate sollen darüber hinaus über Direkteinspritzung verfügen.

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Zum Start gibt es wahlweise 93 kW/126 PS oder 115 kW/155 PS. Freilich gibt es noch viel zu tun, wenn Qoros tatsächlich einen ähnlichen Weg einschlagen will wie einst die Koreaner, um den Wettbewerb zu verdrängen. „Wir wollen Kunden, die zum einen offen für neue Marken sind und zum anderen auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis achten“, erläutert Carlutti. Die Preise für Europa stehen noch nicht fest: „Klar ist jedoch, dass der Einstiegspreis unter 20.000 Euro liegt. Je nach Ausstattung und Technologie geht es dann nach oben.“

Der Konzern will im Abstand von sechs Monaten neue Modelle auf den Markt bringen. Möglich wird das durch finanzkräftige Partner im Hintergrund. So gehören 50 Prozent der Qoros-Anteile Israel Corporation, einem milliardenschweren Mischkonzern, der sich auch beim E-Infrastrukturunternehmen Better Place beteiligt. Ebenfalls an Qoros beteiligt ist der chinesische Autohersteller Chery.

Um rasch westlichen Standard zu erreichen, sind die Qoros-Macher auf internationale Einkaufstour gegangen und haben sowohl erfahrenes Personal als auch namhafte Zulieferer verpflichtet. Klaus Schmidt, der früher eine leitende Position bei der BMW M GmbH innehatte, ist ebenso mit von der Partie wie Gert Volker Hildebrand, ehemaliger Mini-Designer. Zu den Top-Playern der mitstreitenden Firmen gehören Bosch, Magna oder Continental.

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