RDKS-Sensoren werden knapp

Lieferschwierigkeiten könnten für Umrüstprobleme sorgen

| Autor: Jan Rosenow

RDKS-Sensoren: Schön, wenn man genügend geordert hat.
RDKS-Sensoren: Schön, wenn man genügend geordert hat. (Foto: Rosenow)

Lieferschwierigkeiten zum Beginn der Wintersaison sind in der Reifenbranche nichts Neues. In diesem Jahr betreffen sie aber weniger die Reifen als vielmehr die Sensoren für Reifendruckkontrollsysteme (RDKS). Ab dem 1. November ist das RDKS für jedes Neufahrzeug vorgeschrieben; aus fertigungstechnischen Gründen dürften aber auch die meisten Fahrzeuge, die seit dem Sommer zugelassen worden sind, ein solches System haben. Diese Autos brauchen, sofern sie nicht mit einem sogenannten indirekten RDKS ausgestattet sind, einen zweiten Satz Sensoren für ihre Winterräder. Und diese Teile drohen zur Mangelware zu werden.

Beim Reifenservice-Spezialisten Rema Tip Top heißt es: „Die europäischen Hersteller von Aftermarketsensoren haben alle Lieferschwierigkeiten. Wir haben aber ausreichend vorgeordert und sind lieferfähig.“ Ein Reifengroßhändler aus Bayern sagte gegenüber »kfz-betrieb«: „Es sind einfach zu wenig Sensoren im Markt. Wenn wir bei unserem Lieferanten 3.000 Stück bestellen, bekommen wir vielleicht 1.000.“

Die Knappheit trifft nicht nur den Ersatzmarkt, sondern auch die Autohersteller. Manche OEMs unterstützen nämlich das RDKS-Geschäft in ihren Handelsnetzen mit Kompletträdern, bei denen die Sensoren fast keinen Aufpreis kosten. „Die Liefersituation bei Kompletträdern ist noch gut. Aber bei Einzelteilen fängt es an, knapp zu werden“, berichtete der Serviceleiter eines BMW-Autohauses »kfz-betrieb«.

Welches Servicegerät für welchen Sensor?

Eine zusätzliche Schwierigkeit beim RDKS-Service ist die unterschiedliche Marktabdeckung der Aftermarktsensoren. Zwei Fragen muss sich die Werkstatt unbedingt stellen – am besten vor dem Ordervorgang:

  • 1. Passt der Sensor zu dem jeweiligen Auto?
  • 2. Habe ich das passende Diagnosegerät, um diesen Sensor zu programmieren und anzulernen?

Aftermarketsensoren gibt es in unterschiedlicher Bauform: Manche lassen sich mit der nötigen Software programmieren (Schrader EZ-Sensor, Alligator Sens.it, CUB Uni-Sensor). Das Produkt Intellisens von Huf ist bereits mit Protokollen für viele Autos programmiert, und nur das richtige muss freigeschaltet werden. Und der Redi-Sensor von VDO ist mit Protokollen für mehrere Autos programmiert; der Kunde muss unter drei Sensorentypen den passenden auswählen.

Diese Teile erleichtern die Logistik und sind in vielen Fällen billiger als die Originale. Das Wort Universalsensor sollte allerdings nicht missverstanden werden: „One size fits all“ funktioniert vielleicht bei der Ventilkappe, aber nicht darunter. Die meisten Anbieter gehen von 80 bis 90 Prozent Marktabdeckung aus.

Auch die kompakten RDKS-Servicegeräte, die es von vielen Anbietern gibt, kommen längst nicht mit jedem dieser Sensoren klar. Hier hilft nur, sich im Vorfeld beim Lieferanten genau zu informieren, welche Produkte das Gerät abdeckt. Eine Marktübersicht über Servicegeräte finden Sie hier.

Infos beim BRV, kostenlose Hotline bei Reifen Gundlach

Wenn es keinen Aftermarketsensor gibt, bleibt immer noch der Griff zum Originalteil – so dieses denn lieferbar ist. Welcher Sensor in welchem Fahrzeug verbaut ist, lässt sich beispielsweise auf einer Informationsplattform einsehen, die der Reifenhändlerverband BRV zusammen mit dem Datenspezialisten BMF eingerichtet hat.

Ein echter RDKS-Experte ist auch der Reifengroßhändler Gundlach aus Raubach. In seiner Komplettrad-Montageanlage hat er nach eigenen Angaben bereits mehr als 100.000 Sensoren verbaut. Reifen Gundlach stellt seinen Kunden eine kostenlose Hotline zur Verfügung, bei der sie sich Rat in Sachen RDKS holen können. Unter der Nummer 0800/9 45 04 44 steht an Werktagen von 8 Uhr bis 17 Uhr ein Expertenteam für Fragen zu dem komplexen Themenkreis zur Verfügung.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43029885 / Technik)

Plus-Fachartikel

Kia: Potenzial in Deutschland

Kia: Potenzial in Deutschland

Der koreanische Autobauer Kia will europaweit weiter wachsen. Emilio Herrera, COO von Kia Motors Europe, sieht auch in Deutschland noch Steigerungsmöglichkeiten und will vor allem die Modellpalette weiter ausbauen und auffächern. lesen

Vertriebs Award 2019: Die Nummer eins in Rheda

Vertriebs Award 2019: Die Nummer eins in Rheda

Auto-Zentrale Karl Thiel in Rheda-Wiedenbrück ist Gesamtsieger des Vertriebs Awards 2019. Das Unternehmen wurde zudem in der Kategorie „Freizeitmobile“ für seinen strategischen Weitblick und die verkäuferische Performance ausgezeichnet. lesen