Gleichwertigkeit ist nachzuweisen

Alleinige Benennung der Werkstätten genügt nicht

06.03.2012 | Autor: autorechtaktuell.de

Die Verweisung eines Geschädigten auf eine kostengünstigere freie Kfz-Werkstatt ist nur dann zumutbar, wenn deren qualitative Gleichwertigkeit zur Markenwerkstatt überzeugend dargelegt wird. So hat das Amtsgericht (AG) Frankfurt/M. in einem aktuellen Urteil (Urteil vom 9.2.2012, AZ: 32 C 1852/11) entschieden.

Im vorliegenden Fall hatte die Beklagte in der Klageerwiderung zwar drei Autowerkstätten in Wohnortnähe des Klägers konkret mit Namen und Anschrift benannt, jedoch ohne irgendwelche Angaben zur Gleichwertigkeit zu machen. Das Amtsgericht gab der Klage auf Erstattung der fiktiven Reparaturkosten in Höhe der Stundenverrechnungssätze einer markengebundenen Werkstatt daher statt.

Auszüge aus der Urteilsbegründung

„Der Schädiger trägt die Darlegungs- und Beweislast, dass eine Reparatur in der benannten Werkstatt vom Qualitätsstandard her der Reparatur in einer markengebundenen Vertragswerkstatt entspricht. Um die Gleichwertigkeit beurteilen zu können, benötigt das Gericht zumindest Informationen darüber, ob Originalersatzteile verwendet werden, dass dieselben Garantiebedingungen wie in einer markengebundenen Fachwerkstatt gelten und dass dort beschäftigte Mitarbeiter fachlich über dieselben Qualifikationen verfügen wie Mitarbeiter markengebundener Fachwerkstätten.

Wird hierzu nichts vorgetragen, so kann der Geschädigte die Stundenverrechnungssätze einer markengebundenen Fachwerkstatt in voller Höhe ersetzt verlangen.“

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