Reifen und Umwelt: Was vom Reifen übrig bleibt

Altreifen – früher ein wertvoller Sekundärrohstoff – finden immer weniger Abnehmer. Die Reifenbranche steht vor einer Entsorgungskrise. Und dann ist da noch die Sache mit dem Mikroplastik.

| Autor: Jan Rosenow

(Bild: Fraunhofer UMSICHT)

Wenn Jesus schon ein Auto gehabt hätte, könnten seine Reifen heute noch existieren. Es dauert nämlich 2.000 Jahre, bis sich Reifengummi in der Natur vollständig zersetzt hat. Das zeigt: Altreifen sind ein Umweltproblem; für ihre Entsorgung gelten zu Recht strenge Regeln. Gleichzeitig hört man aus der Branche aufrüttelnde Nachrichten: Altreifen und aus ihnen hergestellte Produkte lassen sich immer schlechter vermarkten. Die Recyclingkette droht zu zerreißen. Die Reifenindustrie sieht sogar schon eine Entsorgungskrise heraufdämmern. Was ist da los?

Kfz-Betriebe machen sich für gewöhnlich keine großen Gedanken über die Altreifen. Der Entsorger holt sie ab und liefert sie entweder als Brennstoff an die Zementindustrie oder als Gummigranulat an Unternehmen, die daraus Folgeprodukte wie Dichtungsmatten, Bodenbeläge für Sportplätze, Schallschutzmatten und anderes herstellen. Und die noch nutzbaren Profile werden aussortiert und weiterverkauft, meistens ins Ausland. Doch dieses seit vielen Jahren funktionierende System steht vor dem Kollaps. Die Gründe dafür sind komplex und hängen mit Entwicklungen außerhalb der Reifenindustrie zusammen:

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