Reifenfachhandel: Fit für den Autoservice

Redakteur: Norbert Rubbel

Während der Räderwechselzeiten im Frühjahr und Herbst brummt es in den Werkstätten der Reifenfachhändler. Ansonsten ist die Werkstattauslastung in vielen Betrieben eher mäßig. Doch das soll sich ändern.

Marion Mai (li.), Hans Peter Fink und Joanna Mai vom Reifenfachbetrieb Pro Reifen Service Odenwald sind fit für den Autoservice. Unterstützung erhalten sie von ihrem Franchisegeber Euromaster.
Marion Mai (li.), Hans Peter Fink und Joanna Mai vom Reifenfachbetrieb Pro Reifen Service Odenwald sind fit für den Autoservice. Unterstützung erhalten sie von ihrem Franchisegeber Euromaster.
(Bild: Udo Glaser)

Die Umsätze aus den Reifenverkäufen sind insgesamt rückläufig. Onlineplattformen machen die Reifenpreise für die Verbraucher und Marktakteure transparent und verschärfen den Preiswettbewerb. Zudem baue die Reifenindustrie Überproduktionen auf, „die das High-Tech-Produkt Reifen mehr und mehr zur Massenware verkommen lassen“, bedauert Peter Hülzer, geschäftsführender Vorsitzender des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV). Der Einstieg in den Autoservice könnte eine wirksame Strategie sein, „die Geschäfte der spezialisierten Reifenfachhändler auf eine festere Basis zu stellen“, erklärt der BRV-Chef. Mit neuen Geschäftsmodellen, der Kooperation mit renommierten Unternehmensberatungen und der Ausbildung zum „Kfz-Serviceberater“ will der Bonner Verband die Erträge seiner Mitglieder sichern.

Ob die Autoserviceangebote der Reifenhändler für zusätzliche Kunden und Erträge sorgen, ist fraglich. Denn sie werden von den meisten Autofahrern nicht wahrgenommen. Zudem bewerten sie die Wartungs- und Reparaturqualität der Reifenbetriebe schlechter als die der Vertragswerkstätten, freien Kfz-Betriebe und Werkstattketten wie ATU. Dies ergab die Trend-Tacho-Befragung der Redaktion. „Mit größeren Reparaturarbeiten werden die Reifenfachhandelsbetriebe fast gar nicht beauftragt“, beobachtet Dr. Ralf Deckers von der BBE Automotive in Köln.