Reifensensor: Ich kleb mir einen

Autor: Jan Rosenow

Im Unterschied zu anderen Reifendrucksensoren wird der VDO Redi im Reifen verklebt. »kfz-betrieb« hat auf der Automechanika ausprobiert, wie das funktioniert.

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Betreutes Kleben: Conti-Mitarbeiter erklären dem »kfz-betrieb«-Redakteur die Montage des Redi-Sensors.
Betreutes Kleben: Conti-Mitarbeiter erklären dem »kfz-betrieb«-Redakteur die Montage des Redi-Sensors.
(Foto: Zietz)

Mit dem VDO-Redi-Sensor hat Continental einen Ersatzsensor für Reifendruckkontrollsysteme entwickelt, der eine Vielzahl von Fahrzeugen abdeckt. Er weist allerdings eine Reihe von Unterschieden zu den Konkurrenzprodukten von Alligator, Schrader, Huf oder CUB auf, die im Werkstattalltag beachtet werden müssen. Das betrifft in erster Linie die Montage: Die anderen im Markt befindlichen RDK-Sensoren sind mit dem Reifenventil kombiniert; der Redi-Sensor wird dagegen in einem Container mit der inneren Lauffläche des Reifens verklebt. Das schützt den Sensor im Alltag besser vor mechanischen Beschädigungen und Außeneinflüssen. Durch die Positionierung im Inneren des Reifens ist das Bauteil zudem mit jeder beliebigen Felge kombinierbar.

Auf der Automechanika im September konnten Besucher am Conti-Praxisstand in Halle 9 ausprobieren, wie die Klebetechnik funktioniert. Auch »kfz-betrieb« legte hier Hand an – das Ergebnis sehen Sie in der Bildergalerie.

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Vorher checken, ob der Sensor zum Fahrzeug passt

Weiterer wesentlicher Unterschied zu anderen Systemen: Redi ist zwar aus der Schachtel weg „ready to use“, weil er nicht wie andere Universalsensoren mit der fahrzeugspezifischen Software programmiert werden muss. Allerdings konnten die Conti-Entwickler nicht alle Protokolle auf einem Chip unterbringen, sondern mussten sie auf drei Sensorvarianten aufteilen, die jeweils eine Gruppe von Fahrzeugherstellern abdecken.

Außerdem deckt der Redi-Sensor den Fahrzeugmarkt nicht so vollständig ab, wie es programmierbare Sensoren können. Continental spricht von einer Marktabdeckung von 60 Prozent, während die Konkurrenz von Werten von 80 bis über 90 Prozent ausgeht.

Für Fahrzeuge von Daimler und Volkswagen bzw. ihren Konzernmarken gibt es noch keine Redi-Sensoren. Auch innerhalb einer Marke passt der Sensor zu manchen Modellen, zu anderen wieder nicht. Beispiel: Der Hyundai i30 ist Redi-ready, der i10 hingegen nicht.

Die Pflicht, alle Neuwagen mit einem Reifendruckkontrollsystem auszurüsten, beginnt pünktlich zur Winterreifensaison am 1. November 2014. Bis dahin sollte der Sensorservice den Werkstätten in Fleisch und Blut übergegangen sein.

Alles, was man wissen muss, fasst »kfz-betrieb« in den Ausgaben 41 (Erscheinungstermin 10. Oktober) und 42-43 (17. Oktober) zusammen. Hier können Sie die Heftebestellen.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group